Förderprogramm „Lebendige Zentren“: Gemeinsam die Zukunft der Innenstadt gestalten
[Dienstag - 24.03.2026]
Mit mehr als 70 Besucherinnen und Besuchern ist die erste öffentliche Informationsveranstaltung im Kulturzentrum Jahnhalle zum Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ auf großes Interesse gestoßen. Damit ist die Stadt Nordenham offiziell in die Umsetzungsphase der Innenstadtentwicklung gestartet. Im Mittelpunkt standen die Chancen für private Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die nächsten konkreten Schritte zur Weiterentwicklung der Innenstadt.
Als prominenter Gast nahm der niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne teil und machte deutlich, worauf es jetzt ankommt:
„Wenn eine Stadt Veränderungen nicht aktiv gestaltet, wird es nicht besser, sondern schlechter.“
Gleichzeitig warb er für einen klaren Blick nach vorne:
„Ein neues Stadtgesicht entsteht nicht, wenn wir die Vergangenheit romantisieren – sondern wenn wir gemeinsam den Mut haben, Neues zu entwickeln.“
Die Städtebauförderung sei dabei ein wichtiges Instrument, um Innenstädte an neue Anforderungen anzupassen – etwa durch die Modernisierung von Gebäuden, die Reduzierung von Leerständen auch mit neuen kreativen Nutzungsideen sowie die Stärkung der Aufenthaltsqualität. Entscheidend sei das Zusammenspiel aller Beteiligten.
Bürgermeister Nils Siemen betonte die gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung der Innenstadt:
„Wir können als Stadt die Rahmenbedingungen schaffen und Fördermittel bereitstellen – aber den Erfolg erreichen wir nur gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern, dem Handel und den Menschen in Nordenham.“
Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Leerstände, den Strukturwandel im Einzelhandel und den wachsenden Einfluss des Onlinehandels machte Siemen deutlich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, die Innenstadt neu zu denken und mit Hilfe der Fördermittel zukunftsfähig zu gestalten.
Einen praxisnahen Überblick über die Fördermöglichkeiten gab Claudia Schwehm von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK). Sie stellte dar, wie Eigentümerinnen und Eigentümer Zuschüsse für Maßnahmen wie Fassaden, Dächer, Fenster oder Außenanlagen erhalten können.
Auch Stadtsprecherin Ivonne Solbrig gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte und erklärte, dass die Ausschreibung für das Innenstadtmanagement bereits läuft, die Bewerbungsfrist in dieser Woche endet und der Auftrag nach Ostern vergeben werden soll.
Das Innenstadtmanagement wird künftig als zentrale Anlaufstelle fungieren, Leerstände und Flächen koordinieren, Angebot und Nachfrage zusammenbringen und Nachnutzungskonzepte für leerstehende Immobilien entwickeln. Es dient zudem als Kontaktstelle für Bürgerinnen und Bürger, den Handel sowie Vereine, nimmt Ideen und Anregungen auf und begleitet deren Weiterentwicklung.
Ein erster Schwerpunkt der Beteiligungsprozesse liegt in der Entwicklung des Marktplatzes. Die Begleitung der Beteiligungsformate übernimmt das Innenstadtmanagement, das hierfür unterschiedliche Zielgruppen gezielt einbindet – darunter Bürgerinnen und Bürger, Innenstadtakteure, den Senioren- und Behindertenbeirat und das Jugendparlament.
Die in diesen Formaten gesammelten Ideen und Anregungen werden anschließend von den Fachbereichen der Stadt, insbesondere dem Stadtplanungs- und dem Tiefbauamt, fachlich geprüft und hinsichtlich ihrer technischen und baulichen Umsetzbarkeit bewertet.
Die Ergebnisse fließen in einen freiraumplanerischen Wettbewerb ein, in dem geeignete Planungsbüros Konzepte für die zukünftige Gestaltung des Marktplatzes erarbeiten.
„Wir wollen gezielt Maßnahmen umsetzen, die auch von Bürgerinnen und Bürgern gewünscht werden. Die Entwicklung der Innenstadt gelingt nur, wenn sich die Nordenhamerinnen und Nordenhamer aktiv in den Prozess einbringen und sich mit ihrer Stadt identifizieren. Dazu gehört auch das eigene Handeln: Wer vor Ort einkauft und die Angebote nutzt, leistet einen direkten persönlichen Beitrag zur Stärkung der Innenstadt“, machte Ivonne Solbrig deutlich.
Für die Zukunft der Innenstadt sei ein ausgewogener Nutzungsmix entscheidend – mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie sowie Bildungs- und Kulturangeboten, ergänzt durch Orte und Treffpunkte zum Verweilen sowie Wohnraum im Zentrum.
„Lassen Sie uns gemeinsam den Blick nach vorne richten und anpacken – für unsere Innenstadt“, resümierte Bürgermeister Nils Siemen.
Nordenham aktiv zu vertreten und die Zukunft der Stadt mitzugestalten.
