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Großer Saal der Friedeburg wird für Veranstaltungen gesperrt

[Mittwoch - 26.08.2026]

Untersuchungen im Rahmen des Sanierungskonzepts zeigen erhebliche brandschutztechnische Defizite – Burgsaal nicht betroffen

Der große Saal der Friedeburg wird mit sofortiger Wirkung für Veranstaltungen gesperrt. Anlass sind erhebliche brandschutztechnische Defizite im Bereich der Dach- und Deckenkonstruktion, die im Zuge der derzeit laufenden Untersuchungen für das Sanierungskonzept der Friedeburg festgestellt wurden. Aufgrund der fachlichen und bauordnungsrechtlichen Bewertung ist eine weitere Nutzung des großen Saals als Versammlungsstätte derzeit nicht möglich.

Der Burgsaal ist von der Sperrung ausdrücklich nicht betroffen und kann weiterhin im Rahmen der bestehenden Voraussetzungen und Genehmigungen genutzt werden.

Im April hatte die Stadt mehrere Planungsbüros mit der Erstellung eines umfassenden Sanierungsgutachtens einschließlich eines Kostenrahmens für die Friedeburg beauftragt. Ziel ist es, eine belastbare Entscheidungsgrundlage für den langfristigen Erhalt des Gebäudes und die dafür notwendigen Investitionen zu schaffen.

Im Zuge dieser Untersuchungen wird auch der Brandschutz der Friedeburg umfassend betrachtet. Bei einer ersten Ortsbegehung Anfang August wurden erhebliche Defizite im Bereich der Dach- und Deckenkonstruktion über dem großen Saal festgestellt. Bei einem weiteren Ortstermin wurden diese gemeinsam mit der Bauverwaltung, der Bauordnung und dem beauftragten Sachverständigenbüro für Brandschutz eingehend bewertet.

Vor einigen Tagen fand eine weitere fachliche Beratung unter Beteiligung des Sachverständigenbüros für Brandschutz, der Bauverwaltung und der Feuerwehr statt. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten besprochen, mit denen ein weiterer Veranstaltungsbetrieb gegebenenfalls ermöglicht werden könnte. Hierzu gehörten unter anderem eine frühzeitigere Branderkennung, zusätzliche Flucht- und Rettungswege, technische Maßnahmen im Dach- und Deckenbereich sowie eine Begrenzung der Besucherzahl.

Nach derzeitigem fachlichen Stand reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um einen sicheren Veranstaltungsbetrieb im großen Saal zu gewährleisten. Auch eine Reduzierung der Besucherzahl auf weniger als 200 Personen stellt keine ausreichende Lösung dar.

Hintergrund ist insbesondere die Konstruktion der Decke und des Daches über dem großen Saal. Im Brandfall kann nicht ausreichend sichergestellt werden, dass die Konstruktion so lange standsicher bleibt, bis alle Besucherinnen und Besucher den Saal verlassen haben. Darüber hinaus wäre die Brandbekämpfung im Dach- und Deckenbereich für die Einsatzkräfte mit erheblichen Risiken verbunden.

Aufgrund dieser Erkenntnisse hat sich die zuständige Bauordnung der fachlichen Bewertung angeschlossen. Unter Berücksichtigung der Anforderungen des § 3 der Niedersächsischen Bauordnung ist der große Saal daher mit sofortiger Wirkung zu schließen.

„Die sofortige Sperrung des großen Saals ist eine notwendige Konsequenz aus der bauordnungsrechtlichen Bewertung. Sicherheit hat hier oberste Priorität. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die Sperrung Vereine, Veranstalter sowie Besucherinnen und Besucher vor große Herausforderungen stellt. Deshalb suchen wir gemeinsam mit den Betroffenen nach tragfähigen Übergangslösungen“, erklärt Bürgermeister Nils Siemen.

Für die Tanzveranstaltung „Grazia“ des SV Nordenham am 19. September steht die Stadt bereits mit dem Verein im Austausch. Am Donnerstag findet dazu gemeinsam mit dem zuständigen Fachamt ein Termin im Rathaus statt. Dabei soll über einen alternativen Veranstaltungsort gesprochen und gemeinsam eine Lösung gefunden werden.

Die für die kommende Woche geplante Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes kann nach aktuellem Stand im Burgsaal stattfinden, da dieser von der Sperrung nicht betroffen ist.

Parallel wird das bereits beauftragte Sanierungskonzept für die Friedeburg weiter erarbeitet. Es soll den baulichen Zustand des Gebäudes umfassend bewerten, den Sanierungs- und Investitionsbedarf ermitteln und einen Kostenrahmen aufzeigen. Die Ergebnisse sollen anschließend im zuständigen Fachausschuss vorgestellt werden und als Grundlage für die weiteren politischen Entscheidungen über Investitionen in die Friedeburg dienen.

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