Altkleidercontainer im Stadtgebiet – Stadt arbeitet an kurzfristiger Lösung
[Freitag - 13.03.2026]
In den vergangenen Wochen hat sich die Situation bei der Altkleiderentsorgung im Stadtgebiet Nordenham deutlich verändert. Der bisherige Vertragspartner der Stadt hat seine Altkleidercontainer kurzfristig aus dem Stadtgebiet entfernt, ohne die Stadt vorab darüber zu informieren oder die bestehenden Verträge zu kündigen. Dadurch ist das bisherige Sammelangebot im Stadtgebiet stark zurückgegangen. Auf Anrufe und E-Mails der Stadt reagiert das Unternehmen bislang nicht.
Die Stadt Nordenham hat daher umgehend gehandelt und Gespräche mit anderen Textilentsorgungsunternehmen aufgenommen. Zuständig dafür ist Rainer Stoffers aus dem Amt für Stadtplanung. Mit einem Unternehmen hat inzwischen ein Vor-Ort-Termin im Rathaus stattgefunden, bei dem über mögliche Standorte im Stadtgebiet und eine schnelle gemeinsame Lösung gesprochen wurde.
Grundsätzlich ist die Situation im Bereich Textilentsorgung angespannt. Der Markt für Alttextilien hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Während früher mit der Sammlung und Verwertung von Altkleidern noch Geld verdient werden konnte, ist dies heute nur noch eingeschränkt möglich. Ein wesentlicher Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von sogenannter „Fast Fashion“. Viele Kleidungsstücke werden nur noch kurz getragen und bestehen häufig aus minderwertigen Materialien, die sich nur schwer oder gar nicht wiederverwerten lassen.
Hinzu kommt, dass ein großer Teil der in Altkleidercontainern gesammelten Textilien zunächst aufwendig sortiert werden muss. Ein erheblicher Anteil ist verschmutzt, beschädigt oder besteht aus Stoffen, die sich nicht mehr weiterverwerten lassen. Zudem wird immer wieder Müll in den Containern entsorgt. Altkleider gelten daher zunächst als Abfall. Nur ein vergleichsweise kleiner Anteil der gesammelten Kleidung kann nach der Sortierung noch als tragfähige Second-Hand-Ware verkauft werden.
Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass sich viele Entsorgungsunternehmen aus dem Markt zurückgezogen haben oder in den vergangenen Jahren insolvent gegangen sind.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen arbeitet die Stadt Nordenham weiter intensiv daran, zeitnah eine verlässliche und dauerhaft tragfähige Lösung für die Altkleidersammlung im Stadtgebiet zu finden. Auch politisch wird das Thema kurzfristig aufgegriffen. Am 19. März wird dieses Thema auch im Stadtrat behandelt. Ziel der Stadt ist es, so schnell wie möglich, also in wenigen Wochen, wieder ein flächendeckendes Angebot an Altkleiderstandorten im Stadtgebiet zu schaffen.
Bis dahin bittet die Stadt die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis. Damit die derzeit noch vorhandenen Containerstandorte nicht vollständig überfüllt werden, empfiehlt die Stadt, Altkleider nach Möglichkeit zunächst zuhause zu sammeln und erst dann zu entsorgen, wenn wieder zusätzliche Sammelstellen zur Verfügung stehen.
Die Stadt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie nicht für Containerplätze auf privaten Flächen zuständig ist. An einigen Verbrauchermärkten im Stadtgebiet befinden sich Altkleidercontainer auf Privatgrundstücken. Diese Standorte werden direkt zwischen den jeweiligen Grundstückseigentümern und den Entsorgungsunternehmen organisiert. Die Stadt hat hier keine Handhabe, Entsorger zur Leerung der Container aufzufordern oder dort anfallenden Müll zu beseitigen. Für die Sauberkeit dieser Flächen sind die jeweiligen Grundstückseigentümer verantwortlich.
