Teilsperrung des Rathausturms:
Übergangslösungen für Mitarbeitende werden umgesetzt
Nach einer aktuellen Bauwerksprüfung wurde festgestellt, dass der marode Rathausturm die Übergangszeit bis zum Neubau am Peterleeplatz nicht mehr sicher übersteht. Baudezernentin Maike Schilling erklärt: „Der Gutachter hat erhebliche Schäden an der Fassade festgestellt, so dass der Abgang einzelner Elemente nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.“ Die Sicherheit und der Arbeitsschutz der Mitarbeitenden und der Passanten haben oberste Priorität.
Ab sofort werden das Standesamt im Erdgeschoss sowie der Ratssaal und der Übergang zum Turm gesperrt. Um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten,mussten die Mitarbeitenden des Standesamts zunächst innerhalb des Turms in zwei ausgewiesene Sitzungszimmer umziehen. Parallel arbeitet die Stadtverwaltung intensiv an Übergangslösungen, um alle 47 Mitarbeitenden des Turms zeitnah in anderen Räumlichkeiten unterzubringen, bis der Neubau am Peterleeplatz fertiggestellt ist. Besichtigungen geeigneter Räume und Gespräche mit Vermietern laufen bereits. Erst nach dem vollständigen Umzug aller Mitarbeitenden kann die Vorbereitung für den Abriss des Turms beginnen. Die Walter-Rathenau-Straße im Bereich des Rathauses bleibt bis auf weiteres gesperrt.
Historie und Hintergrund
Die Diskussion um die Zukunft des Rathausturms reicht viele Jahre zurück. Bereits 2013 wurde ein umfassender Sanierungsbedarf festgestellt. Seit 2016/2017 befindet sich der Turm unter einem Schutzgerüst und wird nur noch provisorisch genutzt. Gutachten aus 2018 und 2024 bestätigten die Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung.
Bereits vor Amtsantritt von Bürgermeister Nils Siemen im November 2021 wurden verschiedene Lösungsansätze geprüft, darunter ein Anbau am bestehenden Rathaus (Rathaus-Riegel) und Überlegungen für einen Neubau in der Innenstadt. Es kam zu keiner Umsetzung.
Seit Amtsantritt von Bürgermeister Nils Siemen und mit dem neuen Stadtrat wurde kontinuierlich an einer tragfähigen Lösung gearbeitet. Ein Teilneubau in der Innenstadt wurde als wirtschaftlichste Variante identifiziert. Daher hat der Nordenhamer Stadtrat bereits Anfang 2023 sich fraktionsübergreifend für einen Teilneubau in der Innenstadt ausgesprochen. Der Beginn der Umsetzung konnte zunächst nicht erfolgen, da die Genehmigung des Vorhabens durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Wesermarsch an die Vorlage weiterer Gutachten, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Variantenprüfungen geknüpft war. Im Juni 2025 stimmte die Kommunalaufsicht dem Vorhaben zu.
Investorenvorhaben und Mietlösung
Im September 2024 meldete sich ein Investor mit einem konkreten Konzept für die Brachfläche am Peterleeplatz, die aktuell als Pop-up-Park genutzt wird. Vorgesehen war ein Gebäudeensemble mit Büroräumen, die als Ersatz für den Rathausturm hätten angemietet werden können, sowie weitere Gemeinbedarfseinrichtungen wie eine Kita.
Ursprünglich hätte ein Mietvertrag auch ohne Ausschreibung abgeschlossen werden können. Die Kommunalaufsicht erteilte im Juni 2025 zwar grundsätzlich ihre Zustimmung zur Mietvariante, sprach sich jedoch gegen eine freihändige Vergabe an den Investor aus und machte weitere inhaltliche Vorgaben zum Mietvertrag und zur Bauausführung. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung unmittelbar nach der Zustimmung zusammen mit einem Fachbüro begonnen, ein europaweites Vergabeverfahren vorzubereiten. Das Interessenbekundungsverfahren startet im Februar.
Entscheidung des Bauausschusses
Der Bauausschuss der Stadt Nordenham hat sich am 22. Januar 2026 mit den möglichen Übergangslösungen befasst. Geprüft wurden eine befristete Notsanierung des Turms, eine Unterbringung der Mitarbeitenden in Containern sowie der Umzug in angemietete Räumlichkeiten. Der Ausschuss sprach sich erneut für den Abriss des Turms aus und beauftragte die Verwaltung, im Sinne der Mitarbeitenden des Rathauses geeignete Räumlichkeiten für den Übergang anzumieten bis zur Fertigstellung des Neubaus.
Ausblick
Erst nach dem vollständigen Umzug aller Mitarbeitenden kann der Abriss des Rathausturms erfolgen. Die Stadtverwaltung arbeitet unter Hochdruck an allen Übergangslösungen und hält die Bürgerinnen und Bürger transparent auf dem Laufenden.
Bürgermeister Nils Siemen betont: „Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden sowie der Bürgerinnen und Bürger hat für mich oberste Priorität. Nach der Genehmigung des Neubaus durch die Kommunalaufsicht handeln wir jetzt konsequent: Wir schaffen zügig Übergangslösungen, bereiten den Abriss des Rathausturms vor und mit dem geplanten Neubau geben wir zugleich das Startsignal für ein modernes Rathaus und eine weitere Aufwertung unserer Innenstadt.“
Wichtige Information für die Bürgerinnen und Bürger auf einen Blick
Der Übergang vom Haupthaus zum Turm wird gesperrt, ebenso das Standesamt im Erdgeschoss und der Ratssaal. Die übrigen Räume im Turm dürfen vorerst weiter genutzt werden. Um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten, ist das Standesamt kurzfristig in die Sitzungszimmer B und C im ersten Stock im Turm umgezogen, die über den Fahrstuhl erreichbar sind. Trauungen können im Museum stattfinden. Für das Einwohnermeldeamt, das sich im Haupthaus befindet, arbeitet die Verwaltung derzeit an barrierefrei zugänglichen Räumlichkeiten für Menschen mit Einschränkungen. Diese sollen im Turm geschaffen werden, damit sie ebenfalls über den Fahrstuhl erreicht werden können. Hierzu wird die Stadt noch gesondert informieren.
