Holprige Gehwege kritisiert
Holprige Gehwege kritisiert
24. Januar 2012
Der unzureichende Zustand der Geh- und Radwege an vielen Straßen macht zahlreichen Senioren in der Stadt zu schaffen. Dies ist ein Ergebnis einer Fragebogenaktion, die der Runde Tisch „Seniorenarbeit“ im Sommer vergangenen Jahres gestartet hatte. Gestern wurden die Ergebnisse der Befragung im Rathaus präsentiert.

An dem Runden Tisch sitzen vor allem Vertreter sozialer Organisationen und Einrichtungen aus der Stadt. Uschi Wilkens, die in der Stadtverwaltung für das Thema „Demografischer Wandel“ zuständig ist und den Tisch leitet, macht keinen Hehl daraus, dass sie sich eine stärkere Resonanz auf die Befragung gewünscht hätte. 176 Senioren schickten die Fragebögen zurück. „Das Ergebnis ist nicht repräsentativ, aber wir haben bestimmte Stimmungsbilder bestätigt gefunden“, sagt Uschi Wilkens. Die befragten Senioren waren mehrheitlich über 70 Jahre alt (70 bis 74: 39 Befragte, über 74: 80). Nur 24 Teilnehmer waren unter 65 Jahre. Fast drei Viertel waren weiblich, nur rund ein Viertel der Befragten männlich. Ein erheblicher Teil gab an, im eigenen Einfamilienhaus (87) oder in einer Eigentumswohnung (15) zu wohnen. In einer Mietwohnung leben 65 der Befragten. Die Mehrzahl (111) äußerte den Wunsch, auch im Alter im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Zu verschiedenen Themenfelder hat Uschi Wilkens die Ergebnisse der Befragung zusammengefasst. „Man muss dabei berücksichtigen, dass wir zwei Gruppen von Senioren haben – eine sehr aktive Gruppe, die öffentliche Einrichtungen nutzt, und eine andere, die zum Teil auf Hilfe angewiesen ist.
Mobilität: Die Befragten sind am meisten mit dem Auto, mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs. Viele der Senioren nutzen ein eigenes Auto, viele lassen sich auch mit dem Auto fahren. Busse nutzen viele der Befragten wegen der schlechten Verbindungen nicht. Taxis kommen für viele Senioren aus Kostengründen nicht in Frage. An Fahrgemeinschaften besteht, abgesehen von Kulturund Vereinsveranstaltungen, nur wenig Interesse.
Grundversorgung und Einkaufsmöglichkeiten: Viele Senioren bemängeln eine fehlende wohnortnahe Grundversorgung sowie fehlende Fachgeschäfte speziell auch für Seniorenbekleidung. Gleichzeitig sind der Supermarkt am Stadtrand und die Geschäfte in der Innenstadt am beliebtesten. Geschäfte außerhalb Nordenhams werden nur bei guter Erreichbarkeit genutzt (zum Beispiel in Bremerhaven durch die Fähre ab Blexen).
Wohnumfeld: Ruhige Lage, gute Nachbarschaft, Natur vor der Tür – das sind Pluspunkte im Wohnumfeld. Allgemein kritisiert wird der schlechte Zustand von Geh- und Radwegen und eine Pflasterung, die für Nutzer von Rollatoren problematisch ist.
Nutzung öffentlicher Einrichtungen: Mehr als die Hälfte der Befragten besucht die Friedeburg. Auch Angebote in anderen Spielstätten (Jahnhalle, Bühnen) werden gut angenommen. Die Senioren nutzen allerdings kaum Bildungsangebote wie die Stadtbücherei und die Kreisvolkshochschule und ebenso wenig die beiden Schwimmbäder. Die Ergebnisse der Befragung sollen nun in eine politische Arbeitsgruppe im Rathaus weitergetragen werden. Die will dann eigene Schwerpunkte setzen.
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 24.01.2012







