Rhenus-Midgard-Anleger Blexen
Die Stadt will ihre Entwicklungsmöglichkeiten im Hafenkonzept des Landes Niedersachsen wiederfinden. „Dieses gibt dem Land Hinweise darauf, wo in Zukunft Infrastrukturmittel am besten investiert sind“, erläuterte der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen B. Mayer während des Wirtschaftsausschusses des Stadtrats. Die Stadt will frühzeitig ihren Hut in den Ring werfen. „Unsere Vorstellungen müssen da einfließen, damit in Zukunft Fördermittel zu bekommen sind.“
55 Hektar im Industriepark
Als mögliche Ansiedlungsfläche gibt die Stadt den Industriepark Blexen an. In dem könnten in den kommenden Jahren weitere 55 Hektar für Gewerbe und Industrie in direkter Nähe zum seeschifftiefen Wasser nutzbar gemacht werden. Außerdem bestehe die Möglichkeit, in dem Bereich zwischen Fähranleger und dem städtischen RoRo-Anleger, über den Premium Aerotec Großbauteile für den Riesen-Airbus A 380 verschiffen lässt, eine durchgehende Kaje zu bauen.
Zugleich könnte durch die Verfüllung des außendeichs liegenden Gebietes hinter dem benachbarten Rhenus-Midgard-Anleger eine rund 4,3 Hektar große Fläche an der Weser entstehen. Von hier aus besteht eine direkte Anbindung an den Gewerbepark Nord, in dem sofort 15 Hektar für die maritime Wirtschaft verfügbar wären.
Zuvor hatte der Wirtschaftsförderer anhand einer Präsentation der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS) die wirtschaftlichen Potenziale der Offshore-Branche für die Unterweser-Region aufgezeigt: Man gehe davon aus, dass bis zu 28 000 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 in Deutschland in der Windindustrie entstehen werden.
Joachim Gorges (WIN) stellte die Frage, ob es nicht zu riskant sei, jetzt alles auf die Windenergie-Karte zu setzen. Außerdem äußerte er Zweifel an der Finanzierbarkeit weiterer Kajenbauten. Kurt Winterboer (SPD) gab zu bedenken, dass man die Anwohner bei den Ansiedlungsplänen nicht vergessen dürfe. „Das Ganze muss umweltverträglich sein.“
Um die Vereinbarkeit von Gewerbe und Wohnbebauung habe sich der Stadtrat bereits vor langer Zeit Gedanken gemacht, sagte Bürgermeister Hans Francksen. So existiere bereits ein gültiger Bebauungsplan, in dem Lärmschutzaspekte berücksichtigt seien. Die Frage der Finanzierbarkeit stelle sich auch nur bedingt: Die Dillinger Hütte bezahle ihre Kaje zum Beispiel komplett selbst.
copyrigth: KZW-Online v. 09.12.2011








