Kajenanlage
Nordenham - Die Stadt will vorschlagen, dass in das in Arbeit befindliche Hafenkonzept des Landes als Entwicklungsüberlegung für Nordenham eine neue Flusskajenanlage aufgenommen wird.
Das Land will mit dem Konzept ausloten, wo künftig Fördermittel am besten eingesetzt werden können. Nordenham möchte zum Zuge kommen. Darüber haben und der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen B. Mayer Mittwochabend den Wirtschaftsausschuss des Stadtrates informiert.
Die ins Visier genommene Kajenanlage soll knapp 800 Meter lang werden und vom Hafenterminal Einswarden der Firma Rhenus-Midgard bis zum Fähranleger in Blexen reichen. Das Seehafentanklager der Firma Petrotank soll integriert werden.
Zwischen dem Midgard-Terminal und dem Deichvorland könnten etwa viereinhalb Hektar und zwischen der neue Kaje und dem Deichvorland weitere etwa 5,5 Hektar Neuland für Umschlagsflächen gewonnen werden – also insgesamt 10 Hektar.
Rhenus-Midgard ist mit dieser Option einverstanden, weil sich für das Hafenunternehmen damit weitere Perspektiven eröffnen.
Perspektiven aufzeigen
„Es geht noch nicht um konkrete Planung, sondern darum, aufzuzeigen wo es Perspektiven gibt“, sagte im Ausschuss. Mit der Aufnahme einer solchen Kajen-anlage könnten die Standortargumente für Industrieansiedlungen in Nordenham deutlich aufgewertet werden.
Der Bürgermeister setze alles auf die Karte Windenergie, die mit Risiken behaftet sei, wandte Joachim Gorges (WIN-Fraktion) im Wirtschaftsausschuss ein. Zudem verwies er auf 40 Millionen Euro städtischer Schulden: „Kann unsere Stadt so etwas überhaupt stemmen?“
Bürgermeister Francksen machte dazu deutlich, dass es nicht alleine um Vorhaben für den Bau oder die Verschiffung von Komponenten für Offshore-Windparks geht. „Wir sind nicht einseitig unterwegs, sondern offen für verschiedene Branchen.“
Zu Kosteneinwänden verwies Hans Francksen zum Vergleich darauf, dass die geplante 200 Meter lange Schwerlastkaje im Industriepark Blexen alleine von der Dillinger Hütte als Investor bezahlt werde. Zudem sei gegebenenfalls nicht nur die Stadt, sondern auch der Landkreis gefordert.
Auf Einwände des (SPD), wonach Wohngebiete in Einswarden beeinträchtigt werden könnten, sagte der Bürgermeister, bei der Aufstellung der vorliegenden Bebauungspläne sei alles abgewogen worden. An diese Bebauungspläne seien Investoren gebunden. Zudem bleibe die Entscheidung in Händen der Stadt, ob sie im konkreten Fall Flächen an Investoren verkaufen will oder nicht.
Schäfers Loch in Einswarden werde bleiben, der Deich sei unverbaubar und mit dem Deichsicherungsweg in Blexen habe Nordenham den besten Panoramaweg an der Küste, sagte der Bürgermeister zu Einwänden von (SPD). Sie befürchtet, dass die Bevölkerung nicht mehr ans Wasser kommen kann. Im Gespräch mit der NWZ ergänzte Jürgen B. Mayer, dass zwischen Fähranleger Blexen und Petrotank-Betriebsgelände eine Freifläche zum Weserufer bleiben soll.
Viel Potenzial
„Darin steckt viel Potenzial“, begrüßte Thomas Bartsch (Linkspartei) die Überlegungen für die neue Kajenanlage. „Vernünftig und richtig“, kommentierte CDU-Fraktionschef Horst Wreden und fügte hinzu: „Andere Flächen entlang der Weser haben wir nicht.“
Keinen Beschluss gefasst hat der Wirtschaftsausschuss, so erklärte Wirtschaftsförderer Jürgen B. Mayer auf Nachfrage der NWZ, weil dies für die Einbringung in das Hafenkonzept des Landes nicht erforderlich sei. Denn es handele sich nicht um Planungsvorgaben, sondern um Entwicklungsüberlegungen. Jürgen B. Mayer erwartet, dass das Wirtschaftsministerium in Hannover im Frühjahr ein Entwurfpapier vorlegen wird. Dann werde man sehen, ob Nordenhams Vorschlag Berücksichtigung findet.
copyright: NWZ-Online v. 09.12.2011








