Förderprogramme zeigen Wirkung
Frische Farbe für Fassaden
Eigentümer nutzen Fördermittel für Renovierung ihrer Innenstadthäuser – Genaue Vorgaben
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Förderprogramme City Süd: Speziell für den Bereich südlich der Bahnhof- und östlich der Hansingstraße. Sieben Millionen Euro stehen insgesamt zur Verfügung. Zwei Drittel finanzieren Bund und Land, ein Drittel das Land. Weitere Informationen hier. City-Bau: Die Stadt zahlt bis zu 10000 Euro für Sanierungsschritte, bei denen historische Fassaden erhalten oder wiederhergestellt werden. Das Geld kommt aus dem Stadtsäckel. Weitere Informationen hier. Beide Förderprogramme laufen seit 2009. |
Nordenham. Das Antlitz der Innenstadt verändert sich. Zwar gibt es hier und da leere Schaufensterscheiben und Geschäftsräume mit einem "Zu vermieten"-Schild im Fenster. Aber an anderer Stelle werden alte Häuserfassaden aufgehübscht, Schandflecke beseitigt und das ursprüngliche Stadtbild wieder hergestellt. Die Förderprogramme City-Bau und City Süd zeigen Wirkung.
Von Frank Lorenz
Das offenbart sich dem Spaziergänger beispielsweise am Gebäude der ehemaligen Gaststätte Zur Presse. Noch vor einem Jahr sah das Haus an der Hansingstraße ziemlich heruntergekommen aus. Inzwischen haben Kaufmann Renke Lüttke als Inhaber und der Nordenhamer Hotelier Rüdiger Gallasch das Haus wieder hergerichtet und in ein Zwei-Sterne-Hotel umgewandelt. Für die Renovierung der Fassade und der Fenster konnten sie Mittel aus dem Fördertopf City Süd nutzen.
Auch an mehreren Häuserfassaden in der Bahnhofstraße und an anderen Stellen der Innenstadt tut sich etwas. Das freut Tim Lorenz vom Amt für Stadtentwicklung der Stadt Nordenham. Er betreut die Förderprogramme für die Innenstadtsanierung. "Die Zahl der Immobilieneigentümer, die sich dazu entscheiden, ihre Häuser zu sanieren, steigt", sagt er, ohne genaue Zahlen zu nennen.
Hauptaugenmerk sei dabei die straßenseitige Fassade der Wohn- und Geschäftshäuser in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. In den 1960er und 1970er Jahren seien viele der schönen Jugendstilfassaden durch rahmenlose Schaufenster oder unschöne Vordächer verschandelt worden. "Jetzt versuchen wir, die Hausbesitzer dazu zu bewegen, sich davon zu verabschieden", erläutert Tim Lorenz.

Einheitliches Bild schaffen
Das funktioniert so: Die Hauseigentümer müssen die Sanierung an sich aus eigener Tasche bezahlen. Bis zu 35 Prozent der Kosten für die Fassaden-, Fenster- oder Vordachrenovierung können aber aus Fördermitteln übernommen werden – bis zu 10 000 Euro pro Haus. Vorausgesetzt, der Immobilienbesitzer hält sich an die Vorgaben, die die Stadt in einer Sanierungsfibel festgehalten hat. Tim Lorenz: "Wir möchten ein einheitliches Bild schaffen, was die Gestaltung der Fassaden und die Farbgebung angeht. Das erklären wir den jeweiligen Architekten und Bauherren aber vorher immer."
Hochwertiges Material
Gleichzeitig lege die Stadt Wert darauf, dass qualitativ hochwertiges Material verwendet wird. "Dafür ist die Förderung gedacht, dass der Bauherr anstelle des 500-Euro-Fensters ein besseres für 750 Euro einbauen lässt", führt Tim Lorenz beispielhaft an.
Durch den Erhalt oder die Wiederherstellung verspricht sich die Stadt neben der Pflege historischer Bausubstanz auch einen Schub für die Attraktivität der Innenstadt.
Anfangs hätten sich die Hauseigentümer noch zurückgehalten. "Keiner wollte der Erste sein", vermutet Tim Lorenz. Inzwischen würden aber immer mehr Häuser saniert, die Fördermittel gut angenommen. "Für die Stadt Nordenham rechnet es sich. Denn für einen relativ geringen Investitionsaufwand der Stadt wird ein verhältnismäßig großer Umsatz generiert", berichtet der Mann vom Amt für Stadtentwicklung. Und das Geld bleibe in der Region, weil zumeist lokale Handwerksbetriebe mit den Arbeiten beauftragt würden.
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 07.12.2010








