Arbeiten Müllerstraße beginnen November
"Wir brauchen jeden einzelnen Stein"
Stadt hat bei Sanierung der Müllerstraße nichts zu verschenken – Planung beschlossen
Die Arbeiten beginnen Ende August und sollen bis zum November erledigt sein. Zwei weitere Bauabschnitte folgen.
von Norbert Hartfil
Nordenham - Zu früh gefreut: Wer glaubt, bei der bevorstehenden Runderneuerung der Müllerstraße eine Gratis-Ladung ausrangierter Pflastersteine für den Privatbedarf abgreifen zu können, liegt daneben. Im Tiefbauamt sind in den vergangenen Tagen etliche Interessenten vorstellig geworden – und alle bekamen eine Absage. "Wir brauchen jeden einzelnen Stein", sagt Norbert Kraeße, "wir haben nichts zu verschenken." Der Leiter des Amtes für Baumanagement betont, dass aus den historischen Graupflastersteinen ein Mehrzweckstreifen entlang der neuen Fahrbahn angelegt wird.

Buckelpiste aufreißen
Ende des Monats rücken die Bauarbeiter an und reißen auf einer Länge von 150 Metern die Buckelpiste zwischen Bahnhofstraße und Güterschuppen auf. In diesem Abschnitt lässt die Stadt den ersten Teil der geplanten Komplettsanierung der Müllerstraße abwickeln. Dieser erste Abschnitt schlägt mit 360 000 Euro zu Buche und soll bis November erledigt sein. Für die beiden weiteren Bauphasen stehen die genauen Termine noch nicht fest.
In den 360 000 Euro sind auch die Kosten für die Erneuerung des Abwasserkanals enthalten. Die eigentliche Straßengestaltung ist auf 240 000 Euro veranschlagt. Für das Projekt Müllerstraße kann die Stadt eine 2/3-Förderung aus der City-Süd-Sanierung in Anspruch nehmen, die von Bund und Land finanziell unterstützt wird.
Die zuständigen Gremien des Stadtrates haben der Planung und der Auftragsvergabe jetzt ihren Segen gegeben. Den Zuschlag bekam eine Tiefbaufirma aus Berne.
Zunächst stehen die Kanalarbeiten auf dem Programm. Anschließend geht’s oberirdisch weiter. Die Straßenbauer werden die derzeitige Pflasterung aufnehmen und jeden brauchbaren Stein für die spätere Weiterverwendung säubern.
Die neue Fahrbahn und die Nebenanlagen der Müllerstraße lässt die Stadt nach dem Vorbild der Wilhelmstraße in den „Nordenhamer Farben“ gestalten. Das heißt, dass die Fahrbahn selbst aus grauen Betonquadern mit Natursteinvorsatz errichtet wird. Für reine Natursteine fehlt das Geld.
Der Gehweg an der Westseite bekommt eine Pflasterung aus rotbunten Klinkern. Und am östlichen Fahrbahnrand entsteht der zwei Meter breite Mehrzweckstreifen aus den alten Grauwackern. Dieser überfahrbare Ausweichstreifen wird in den drei Bauabschnitten bis zum Ende der Müllerstraße durchgezogen. Er kann bei Bedarf auch als Taxi-Stellfläche genutzt werden. Ansonsten bekommen die Taxifahrer 13 eigens ausgewiesene Warteplätze im nördlichen Bereich der Müllerstraße. Von der vor einigen Jahren neu angelegten Deichrampe, die zum Bahnhof und zum Weserstrand führt, müssen die Taxis dann verschwinden.
Gärten vor den Häusern
Die gesamte Ausbaustrecke entlang der Müllerstraße beträgt 450 Meter. In den noch folgenden Abschnitten sollen unter anderem ein Park entlang der Bahngleise und ein Vorgartenstreifen vor den Wohnhäusern angelegt werden. Die Vorgartenanlagen entstehen zwar auf den jetzigen Gehwegen, aber die Grundstücke gehören zu den jeweiligen Privathäusern. Für die mit der Sanierung einhergehende Wertsteigerung – und damit auch für die Herrichtung der Gärten – müssen die Immobilieneigentümer später einen Ausgleichsbetrag zahlen.
Copyright: Nordwest Zeitung, 14.08.2010








