Praktikumsplätze auf einen Klick
160 Praktikumsplätze auf einen Klick
Liste der Wirtschaftsförderung weist mehr als 100 Firmen aus – 1900 Abrufe
Die Liste ist auf den Homepages der Stadt und von BoJE unter www.boje-nordenham.de zu finden. Sie wird ständig aktualisiert.
von Henning Bielefeld
Nordenham - Viele Haupt- und Realschüler aus den höheren Klassen verbringen die Sommerferien nicht nur mit Faulenzen. Stattdessen nutzen sie die Zeit, um ein Betriebspraktikum zu absolvieren. Denn der Weg zum Ausbildungsplatz führt über das Praktikum. Oder gleich über mehrere Praktika.
Im PDF-Format
Diesen Trend hat auch das städtische Amt für Wirtschaftsförderung im Auge. Seit vier Jahren betreut Christine Völker, die dort auch für Ausbildung zuständig ist, eine Liste im PDF-Format, die alljährlich aktualisiert wird. Zurzeit umfasst sie mehr als 100 Betriebe, die Praktika anbieten – nicht wenige sogar für mehrere Berufe. Insgesamt sind es 160. Das Spektrum reicht von A wie Agentur für Arbeit und Amtsgericht Nordenham bis zu Z wie Zimmerei Ingo Wickner.
Die Liste ist zu finden auf den Homepages der Stadt Nordenham und von BoJE. Das ist das Beratungsbüro für Jugendliche und Erwachsene zum Thema Ausbildung. Im vergangenen Jahr ist die Liste rund 1900 Mal abgerufen worden, sagt Christine Völker.
Diese Zahl macht deutlich, welchen Stellenwert Praktika heute haben. Vor allem Hauptschüler werden von ihren Lehrplänen ab der achten Klasse zu mehreren Betriebspraktika verpflichtet, bei Realschülern ist es ähnlich, aber auch Gymnasiasten sollen die Schule nicht verlassen, ohne für ein paar Wochen das Arbeitsleben kennengelernt zu haben.
"Beide Seiten gewinnen bei einem Praktikum: der Praktikant und der Betrieb", betont Christine Völker. "Der Schüler lernt, wie es sich anfühlt, etwas selbst zu machen." Zudem erfährt er, welcher Beruf ihm überhaupt liegt – und welcher nicht. So kann auch eine negative Erfahrung durchaus bereichernd sein. Zudem hat der Schüler die Gelegenheit, einen möglichen künftigen Lehrherrn für sich einzunehmen und ihm zu zeigen, dass er motiviert bei der Sache ist und die Erwartungen erfüllen kann.
Und der Betrieb lernt einen möglichen Auszubildenden nicht nur auf dem Papier und in einem kurzen Vorstellungsgespräch kennen, sondern in der Realität von mehreren Arbeitstagen. Das ist ein Grund, warum Betriebe die zusätzliche und oft zeitaufwendige Betreuung von Praktikanten auf sich nehmen.
Mit Voraussetzungen
Die Liste führt nicht nur die Betriebe und die von ihnen angebotenen Berufe
auf, sondern auch Ansprechpartner samt Telefonnummer. Zudem werden
Voraussetzungen genannt – etwa "guter Hauptschüler" oder "überdurchschnittliche
Zeugnisse". Dazu kommen bei einigen Betrieben auch Punkte wie
"Selbstständigkeit", "gepflegtes Erscheinungsbild" , "Eigeninitiative" oder
"höfliches, sauberes und gepflegtes Auftreten". Manche Betriebe sind auch nur an
längeren Praktika interessiert.
Manchmal, sagt Christine Völker, ebnet ein Praktikum auch einem schwächeren
Schüler den Weg zum Ausbildungsplatz. „Doch diese Fälle sind dünn gesät.“ Denn
zu jedem Ausbildungsberuf gehört auch ein theoretischer Teil, und die
Unternehmen sind daran interessiert, dass ihre Auszubildenden auch diese Hürde
nehmen.
Copyright: Nordwest Zeitung, 22.07.2010
| Ansprechpartner/in
Frau Völker Telefon: 04731 / 84-282
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