Mieter fürs Technologiezentrum
13 Mieter fürs Technologiezentrum
Wirtschaft, Wissenschaft und Berufsschulen sollen Hand in Hand arbeiten – Landkreis möchte in Einswarden Kompetenz in Sachen CFK bündeln
Einswarden. Landrat Michael Höbrink hat große Visionen für das Technologiezentrum, das in Einswarden gebaut wird. Ihm schwebt vor, Einswarden zu einem Kompetenzzentrum für die Luftfahrt zu entwickeln, ähnlich wie Elsfleth in den vergangenen Jahren zu einem maritimen Kompetenzzentrum geworden ist.
Der Landkreis wird zusammen mit der Stadt Nordenham eine Gesellschaft gründen, die das Technologiezentrum an der Werftstraße in unmittelbarer Nähe des Deiches bauen und dann vermieten wird. Diese Lösung hat sich ergeben, weil sich die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft aus dem Projekt zurückgezogen hat.

Verbindliche Zusagen
Die doch beträchtliche Zahl von Interessenten, die das Technologiezentrum nutzen wollen, stimmt den Landrat hoffnungsvoll. 13 Firmen und Institutionen haben bislang eine feste Absichtserklärung abgegeben. Für gut 70 Prozent der Flächen liegen verbindliche Zusagen vor, überwiegend von Firmen, die bereits mit Premium Aerotec im Flugzeugbau zusammenarbeiten. Darüber hinaus hat eine Reihe weiterer Unternehmen Interesse bekundet – auch aus der Windenergiebranche. Der Werkstoff CFK wird von Windanlagenherstellern ebenfalls eingesetzt.
Der Landkreis möchte auch die Berufsbildenden Schulen ins Technologiezentrum holen, damit Berufsschüler aus entsprechenden Berufen dort ausgebildet werden können. Darüber hinaus sollen Fachhochschulen und Universitäten aus der Region eingebunden werden.
Der Landrat ist optimistisch, dass es gelingt, neben CFK auch die Entwicklung verwandter Technologien in Einswarden anzudocken. Ihm schwebt vor, dass Firmen und Hochschulen in dem Technologiezentrum gemeinsam Projekte realisieren. Neben rund 2000 Quadratmetern Fläche für Büros und Vortragsräume sind zwei jeweils 1500 Quadratmeter große Versuchshallen geplant.
Das Land unterstützt das Technologiezentrum mit einem Zuschuss von 9 Millionen Euro beim Bau und 5 Millionen Euro bei der Ausstattung. Auf Stadt und Landkreis entfallen finanzielle Verpflichtungen von jeweils 1,5 Millionen Euro, die sie durch Mieteinnahmen als Betreiber der Einrichtung wieder hereinbekommen wollen.
Kreistag und Stadtrat wollen in der kommenden Woche grünes Licht geben für die Gründung der Zukunftszentrum Technologie Nordenham.Wesermarsch GmbH. So lautet der Name der Gesellschaft. Über das Gesellschaftsmodell muss in den beiden Kommunalparlamenten abgestimmt werden.
Zwei Geschäftsführer
Die Kreisverwaltung schlägt vor, eine Gesellschafterversammlung mit jeweils drei Vertreter des Kreises und der Stadt zu bilden. Nach außen vertreten werden soll die Gesellschaft von zwei ehrenamtlich tätigen Geschäftsführern. Die Kreisverwaltung empfiehlt für den einen Posten den Ersten Kreisrat Hans Kemmeries. Bei der Stadt Nordenham ist der Dezernent Manfred Brunßen im Gespräch.
Mit dem Bau des Technologiezentrums soll im Frühjahr begonnen werden. Die Planung liegt in den Händen der Arbeitsgemeinschaft SHI Planungsgesellschaft und Thalen Consult, die den Bau auch umsetzen wird. (hei)
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 10.12.2009








