Arbeitsmarkt stabil

135 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit

Dennoch bleibt die Quote unverändert - Kurzarbeit und Wetter helfen weiter

Jeder zweite Arbeitslose ist ohne Ausbildung. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank auf 38,8 Prozent.

Von Henning Bielefeld

Nordenham - Die Zahl der Arbeitslosen ist im November nahezu gleich geblieben. Bei der Arbeitsagentur waren zum 30. November insgesamt 1782 Nordenhamer, Butjadinger und Stadlander arbeitslos gemeldet - sechs weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote bleibt damit bei 8,8 Prozent.

74 neu in Arbeit

Allerdings ist der lokale Arbeitsmarkt nur oberflächlich starr, erläuterte der Arbeitsvermittler Frank Albers vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Tatsächlich gibt es viel Dynamik. 329 Menschen meldeten sich im November arbeitslos, 135 von ihnen hatten ihren Job verloren. Viele von ihnen waren Leiharbeiter oder hatten befristete Verträge. Die übrigen kamen aus Aus- und Weiterbildungen und Qualifizierungen.

342 Mitbürger - 54 mehr als im November 2009 - beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Allerdings haben nur 74 - genauso viele wie im November 2008 - einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Darunter sind mehrere entlassene Zeitarbeiter, die für einige Wochen einen neuen Vertrag bekommen haben. Die übrigen wurden von der Arbeitsagentur in Qualifizierungskurse und andere arbeitsmarktpolitische Instrumente vermittelt. Die Instrumente seien in diesem Jahr ausgeweitet worden, sagt der Arbeitsvermittler Frank Albers.

 Die Zahl der Langzeitarbeitlosen ist auf 38,8 Prozent zurückgegangen. Das liegt daran, dass in den vergangenen Monaten sehr viele neue Arbeitslose dazugekommen sind.

Seit Jahresbeginn haben 1418 Nordenhamer, Butjadinger und Stadlander ihren Arbeitsplatz verloren - 24 Prozent mehr als in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres. 1097 kehrten seit Anfang des Jahres in Arbeit zurück - sieben Prozent weniger als 2008.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit sind vor allem Männer betroffen: 901 waren im November arbeitslos gemeldet - 120 mehr als im November 2008. Das liegt daran, dass vor allem das verarbeitende Gewerbe von der Krise betroffen ist. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen beträgt 881 - 39 weniger als im November 2008. Nichtsdestoweniger ist die Arbeitslosenquote bei Frauen mit 9,9 Prozent immer noch deutlich höher als bei Männern mit 7,9 Prozent.

Eine weitere erschreckende Zahl: 896 der 1782 arbeitslos Gemeldeten können keine Berufsausbildung vorweisen. Das sind mehr als 50 Prozent. Nur noch 38,8 Prozent aller Arbeitslosen sind seit mehr als einem Jahr ohne Stelle, also langzeitarbeitslos.

Stabilisiert werde der Arbeitsmarkt vor allem durch Kurzarbeit, sagte Frank Albers weiter. Außerdem habe das milde Novemberwetter dazu beigetragen, dass viele Mitarbeiter in wetterabhängigen Außenberufen ihren Arbeitsplatz behalten konnten. Mit dieser Entwicklung liege Nordenham im allgemeinen Trend.

Kaum noch freie Stellen

Die Zahl der offenen Stellen ist im Vergleich zum November 2008 um fast die Hälfte geschrumpft: von 153 auf 78. Kräfte werden vor allem in der Pflege gesucht und auf höher qualifizierten Stellen, etwa Ingenieure. Seit Anfang Januar waren der Arbeitsagentur insgesamt 462 freie Stellen gemeldet worden - rund ein Drittel weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2008.

Copyright: Nordwest Zeitung, 03.12.2009

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