Atege investiert in Nordenham
Logistik für gehobene Ansprüche
Atege nimmt Neubau in Betrieb - Dienstleister für die Norddeutschen Seekabelwerke
Acht Millionen Euro hat Atege investiert. Und das in Zeiten der Wirtschaftskrise.
von Norbert Hartfil
Friedrich-August-Hütte - Mitten in einer weltweiten Wirtschaftskrise acht Millionen Euro in ein Zukunftsprojekt zu investieren, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Daher war es ein besonderes Ereignis, als die Atege GmbH am Donnerstag ihr neues Materialwirtschaftszentrum in Betrieb nahm. Der hohe Stellenwert dieser Investition spiegelt sich auch darin wider, dass die Chefetage des Schweizer Mutterkonzerns Gondrand bei der Einweihungsfeier vertreten war.
Als Präsident des Gondrand-Verwaltungsrates ergriff Olivier Houart das Wort. "Von den Worten bis zu den Taten ist es ein weiter Weg", sagte er und spielte damit auf die lange und hürdenreiche Vorbereitungsphase an. Dass das Vorhaben letztlich verwirklicht werden konnte, sei nicht zuletzt der Unterstützung durch die Stadt Nordenham zu verdanken.

Atege-Geschäftsführer Norbert Raab machte kein Geheimnis daraus, dass sein Unternehmen das Millionenprojekt vertagt hätte, wenn das Ausmaß der Finanzkrise früher zu erkennen gewesen wäre. Die neue Halle, in der Atege auf einer Nutzfläche von 6000 m² die Logistik für die Norddeutschen Seekabelwerke (NSW) abwickelt, sei "schon etwas Besonderes". Diese Festellung gilt auch für den Ablauf der Bauarbeiten. Norbert Raab erinnerte daran, dass die Halle auf einem Grundstück enstanden ist, das mit Bombentrichtern aus dem 2. Weltkrieg bedeckt war. Bis zu einer Tiefe von zehn Metern musste das Gelände auf gefährliche Überreste von Sprengkörpern untersucht werden.
Auch die Herrichtung des Fundaments erforderte einen großen Aufwand. Um die notwendige Stabilität zu gewährleisten, wurden 369 Betonpfähle mit einer Länge von jeweils 23 Metern in das weiche Erdreich getrieben. Für die Brandsicherheit musste Atege auf behördliche Anweisung einen Löschwassertank anlegen lassen, der 60 000 Liter fasst.

NSW-Geschäftsführer Rudolf Stahl bezeichnete die Einweihung des Materialwirtschaftszentrums als "großen Meilenstein in der NSW-Geschichte". Durch den im Frühjahr erfolgten Produktionsstart in der benachbarten Energieseekabelfabrik, mit der sich NSW einen neuen Absatzmarkt erschlossen hat, seien veränderte Logistik-Herausforderungen entstanden. Der Schwerlastverkehr werde jetzt vom Werksgelände ferngehalten und über die neue Zufahrt an der Flagbalger Straße abgewickelt. Das komme auch den Anwohnern der Viktoriastraße zugute, über die bislang die NSW-Transporte rollten.
Bürgermeister Hans Francksen lobte den Atege-Neubau als ein vorbildliches Kooperationsprojekt zwischen Behörden und Wirtschaft. "Wenn man es will", sagte der Bürgermeister, "dann geht es auch."
Copyright: Nordwest Zeitung, 13.11.2009








