Nahversorgung in Blexen
Supermarkt am Blexer Deich
Stadt will Teil des Deichsportplatzes nutzen - Fachausschuss schafft baurechtliche Voraussetzungen
Blexen. Seit Anfang April vergangenen Jahres ist Blexen ohne Lebensmittelmarkt. Das soll sich ändern. Auf einer Teilfläche des heutigen Deichsportplatzes an der Fährstraße soll ein neuer Lebensmittel-Vollsortimenter angesiedelt werden. Die baurechtlichen Weichen dafür hat am Montagabend der Bauausschuss des Stadtrates gestellt.
Man könnte meinen, dass die Blexer Sturm laufen, wenn ihnen der Deichsportplatz streitig gemacht werden soll. Dem ist aber offenbar nicht so. Bei der Sitzung des Bauausschusses stimmten zumindest auch die Ratsherren aus dem Stadtnorden für eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Nach Auskunft von Peter Kania, Leiter des Stadtplanungsamtes, wird lediglich ein Drittel des Deichsportplatzes benötigt, der weiterhin als solcher nutzbar sein wird. Die Grillhütte – ein beliebter Treffpunkt der Blexer – werde von den Plänen nicht tangiert.
In Blexen gibt es keine Nahversorgung mehr, seit Anfang April vergangenen Jahres in der Ortsmitte der Sparmarkt geschlossen wurde. Welcher Lebensmittelanbieter sich nun in Blexen ansiedeln will, mag Peter Kania zurzeit noch nicht preisgeben. Die Gespräche seien auf einem guten Weg, sagt der Dezernent. Sicher ist, dass es sich um einen Vollsortimenter handelt, der rund 4500 Quadratmeter Fläche beanspruchen wird.
Für die soll nicht alleine der Deichsportplatz herhalten. Um das Projekt realisieren zu können, muss die Stadt einen Teil des Deiches entfernen. Peter Kania rechnet nicht damit, dass es dabei Probleme geben wird. Das betreffende Stück Deich habe keine Bedeutung für den Hochwasserschutz. Zudem sei der Abschnitt aller Voraussicht nach auch aus archäologischer Sicht nicht bedeutungsvoll, weil er erst in den 60er Jahren aufgeschüttet wurde.
Der Bebauungsplan, den der Bauausschuss am Montagabend auf den Weg gebracht hat, umfasst nicht nur den Deichsportplatz und den geplanten Lebensmittelmarkt. Es geht um eine insgesamt 35 Hektar große Fläche, die auch 6,7 Hektar der im Eigentum der Stadt befindlichen Titanwiese sowie eine nördlich an den ehemaligen GHH-Dockbauplatz angrenzende Industriefläche, die Kronos gehört, einschließt.
"Schritt in die Zukunft"
Laut Peter Kania könnten diese Flächen für eine Industrie- und Gewerbeansiedlung genutzt werden. Konkrete Interessenten gebe es bislang nicht. Die Stadt wolle mit der Aufstellung des Bebauungsplans zunächst die baurechtlichen Voraussetzungen schaffen, um diese Areal überhaupt anbieten zu können.
Ebenfalls Teil des Bebauungsplans ist eine Freifläche hinter dem Gelände des Kleingärtner-vereins Achtern Diek, die ebenfalls für Gewerbeansiedlung oder aber als Ausgleichsfläche genutzt werden könnte. Zudem soll hier eine in Richtung Blexer Groden führende Verbindungsstraße gebaut werden.
Abgeschlossen ist – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats – die Aufstellung eines Bebauungsplans für das ehemalige GHH-Gelände. Hier sollen sich, wie berichtet, Betriebe aus der Windenergie-Branche ansiedeln. Damit deren Produkte verschifft werden können, will die Stadt außendeichs eine neue, 25 Meter breite Straße zum Blexer RoRo-Anleger der Midgard bauen. Dafür hat der Bauausschuss bei seiner Sitzung am Montag ebenfalls die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. „Für Blexen ist das ein großer Schritt in die Zukunft“, fasste Peter Kania die Beschlüsse zusammen. (gl)
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 28.10.2009








