Arbeitsmarktzahlen September
Krise schlägt auf Arbeitsmarkt durch
Erwerbslosenzahlen in nördlicher Wesermarsch steigen - Leihkräfte besonders betroffen
Die saisontypische Entspannung blieb im September aus. Stattdessen ist es verstärkt zu Entlassungen gekommen.
von Norbert Hartfil
Nordenham - Jetzt hat die Wirtschaftskrise auch den Arbeitsmarkt in der nördlichen Wesermarsch erreicht. Nachdem sich die Erwerbslosenzahlen in Nordenham, Butjadingen und Stadland bislang stabil gezeigt hatten, ist es im September zu einem deutlichen Anstieg gekommen. Anstelle des sonst für diesen Monat üblichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit zeigt die Kurve nach oben. Bei einem Bestand von 1759 Menschen ohne Job nahmen die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum September 2008 um 3,6 Prozent zu.

Verträge nicht verlängert
Der Negativtrend ist nach Angaben des Arbeitsvermittlers Frank Albers vor allem auf einen verstärkten Stellenabbau in der Metallbranche und der Industrie zurückzuführen. Besonders betroffen sind Leiharbeitskräfte und befristet eingestellte Beschäftigte, deren Verträge nicht verlängert wurden. Zum Beispiel verloren bei Premium Aerotec und bei den Norddeutschen Seekabelwerken zahlreiche Leih- und Zeitkräfte ihre Jobs. Zudem wurden aufgrund der Betriebsaufgabe einer Großschlachterei im Landkreis Cuxhaven rund 20 Menschen aus Nordenham und Umgebung arbeitslos.
Vor diesem Hintergrund blieb die saisontypische Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, die auf Bundes- und Landesebene nach der Sommerflaute die Quote sinken ließ, in Nordenham aus. Stattdessen stieg in der nördlichen Wesermarsch die Erwerbslosenquote von 8,6 Prozent im August auf 8,7 Prozent im September. Im Vergleichsmonat des Vorjahres hatte sie noch bei 8,5 Prozent gelegen.
Die wirtschaftliche Misere spiegelt sich darin wider, dass die neuen Arbeitslosmeldungen kräftig zugenommen haben. Laut Frank Albers verzeichnete die Agentur für Arbeit in Nordenham im vergangenen Monat 370 Zugänge. Das entspricht einer Steigerung um 39 Prozent gegenüber dem September des Vorjahres. Nur 90 dieser Neu-Arbeitslosen fanden im Laufe des Monats eine andere Beschäftigung.
Nur 40 neue Stellen
Das Angebot an offenen Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr eher bescheiden. Lediglich 40 unbesetzte Arbeitsplätze wurden der Agentur in Nordenham im September gemeldet. Am Monatsende ergab sich ein Bestand von 133 Jobs. Neben Fachkräften in verschiedenen Branchen ist Altenpflegepersonal besonders gefragt. Im bisherigen Jahresverlauf liegt die Gesamtzahl der gemeldeten Stellen (408) etwa um ein Drittel hinter dem Vorjahreswert zurück.
Für die nächsten Monate erwartet Frank Albers einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Er hofft, dass sich mit dem Instrument der Kurzarbeit die Auswirkungen der Krise begrenzen lassen.
Copyright: Nordwest Zeitung, 01.10.2009








