Regio-S-Bahn ab Dezember 2010
Regio-S-Bahn soll im Stundentakt rollen
Nordwestbahn gibt neue Elektrotriebwagen in Auftrag – Verkehr ab Dezember 2010
In den Zügen gibt es Mehrzweckbereiche für den Transport von Fahrrädern. Zugbegleiter fahren ab 21 Uhr mit.
von Ulrich Schlüter
NORDENHAM – Der Bahnhof Nordenham wird ab Dezember 2010 von der
Nordwestbahn (NWB) angefahren. Es halten dann neue blau-weißgelbe
Elektrotriebwagen in der Unterweserstadt. Dreibis fünfteilige Fahrzeuge zum
Stückpreis von einer bis drei Millionen Euro hat die NWB bereits bei Alstom LHB,
Salzgitter, in Auftrag gegeben. Über die genaue Stückzahl machte
NWB-Pressesprecherin Katrin Hofmann jedoch keine Angaben.
Komfortable Triebwagen
Nicht nur die Farbe der Züge ändert sich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010: Auf der Strecke Nordenham-Bremen sollen dann moderne und komfortable Triebwagen rollen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometer erreichen können. Bis zu 300 Sitzplätze pro Zug stehen zur Verfügung. Zu den weiteren Errungenschaften zählen Niederflureinstieg mit Spaltüberbrückung an allen Türen, Klimaanlage, behindertengerechtes WC und mehrere Mehrzweckbereiche für den Transport von Fahrrädern, Kinderwagen und Rollstühlen.
In puncto Fahrkartenautomaten und Entwerter gibt es keine Veränderungen. Sie werden nach wie vor auf den Bahnsteigen oder den Zugängen vorgehalten. Die Nordwestbahn möchte jedoch einen Verkauf der Tickets durch das Personal anbieten.
Die Strecke wird attraktiver: Wie die LNVG auf Nachfrage mitteilte, sollen noch vorhandene Taktlücken geschlossen werden. In der Wesermarsch soll die NWB zudem einen Stundentakt anbieten. Auch Spätfahrten im Regio-S-Bahn-System sind vorgesehen. Rund 40 Prozent der Züge werden ab Ende kommenden Jahres mit Zugbegleitern verkehren, ab 21 Uhr werden alle Züge begleitet.
Nach Informationen von Katrin Hofmann entstehen etwa 150 neue Arbeitsplätze in den Bereichen Betrieb, Service und Werkstatt. Das gesamte Streckennetz umfasst 270 Kilometer. Das Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen liegt zu 62 Prozent in Niedersachsen und zu 38 Prozent in Bremen. Bis 2021 soll die NWB jährlich rund 4,7 Millionen Kilometer fahren.
Vertrag bis 2021
Die NWB war im März 2008 als Sieger aus den Vergabeverfahren hervorgegangen. Seit Juli 2008 ist es amtlich, nachdem die Bahn den Antrag auf Nachprüfung der Vergabeentscheidung zurückgezogen hatte. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr hatten daraufhin der NWB den Auftrag für den Betrieb des Netzes Bremen/Niedersachsen erteilt.
Die Deutsche Bahn AG hatte, wie berichtet, den Wettbewerb um die drei Regio-Strecken Nordenham-Bremen, Bad Zwischenahn-Oldenburg-Bremen sowie Bremerhaven/Lehe-Bremen-Twistringen gegen den privaten Anbieter aus Osnabrück verloren. Ab 2011 kommt noch die Strecke Farge-Bremen-Verden hinzu.
Der Vertrag zwischen Niedersachsen/Bremen und der NWB läuft bis 2021.
Copyright: Nordwest Zeitung, 29.08.2009








