Biogasanlagen sollen in Nordenham entstehen
In Havendorf soll Nordenhams erste Biogasanlage entstehen
Bauantrag liegt im Rathaus – Bislang erst drei Anlagen in der Wesermarsch – Umwandlung von Grünland
Nordenham (hei). In anderen Landkreisen stehen sie zum Teil nur wenige Kilometer auseinander. In der Wesermarsch gibt es bislang lediglich drei Biogasanlagen. Doch es werden mehr. Inzwischen liegt auch im Nordenhamer Rathaus ein Bauantrag für eine Biogasanlage vor. Entstehen soll sie in Havendorf.
Gesprochen wird in der Stadt zudem über Planungen, eine Biogasanlage am Mittelweg zu errichten. Doch die ist im Rathaus noch nicht beantragt worden.
In Zeiten niedriger Milchpreise und niedriger Preise auch für andere landwirtschaftliche Produkte bieten Biogasanlagen Landwirten neue Einnahmequellen. Den in den Biogasanlagen erzeugten Strom können sie zu günstigen Konditionen ins Netz einspeisen.
Die erste Biogasanlage der Wesermarsch entstand 1999 in Kötermoor. Weil dort zunächst auch Tierabfälle als Energieträger eingesetzt wurden, kam es in den Anfangsjahren zu massiven Beschwerden von Anwohnern. Doch das ist vorbei.
Weitere Anlagen stehen in Moorriem und Waddens. Das CVJM-Sozialwerk hat die Biogasanlage in Waddens errichtet – im Frühjahr vergangenen Jahres auf dem Hof Oegens. Der Hof Oegens setzt dort als Energieträger Gras, Maissilo, Rindergülle und Getreide ein. Alle Vorstoffe werden auf dem CVJM-Hof selbst erzeugt.
Gras, Mais und Gülle sollen auch in der geplanten Anlage in Havendorf verwendet werden. Der Bauantrag wird derzeit im Rathaus beraten. Im Prinzip habe ein Landwirt Anspruch auf eine Genehmigung, sagt Peter Kania, Leiter des Stadtplanungsamtes. Das Bauvorhaben müsse allerdings mit anderen Ansprüchen an die Flächennutzung abgeglichen werden. Dieses Verfahren läuft zurzeit.

Vorsicht in Schutzgebieten
Einzelne Biogasanlagen verändern die Landschaft nicht, eine Ballung allerdings schon. Nicht nur baulich, sondern auch, weil der Betrieb von Biogasanlagen mit der Ausdehnung des Maisanbaus einhergeht. Auf der anderen Weserseite kann man das sehen. Den Umbruch von Grünland zu Maisäckern sieht die Untere Naturschutzbehörde skeptisch.
„Wir werden insbesondere in den EU-Vogelschutzgebieten darauf achten, dass da nicht zu viele Maisäcker angelegt werden“, sagt Günter Mühlner, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis Wesermarsch. Ein großes EU-Vogelschutzgebiet liegt in Nordenham und dem östlichen Butjadingen, ein zweites am Jadebusen. Maisäcker gelten, im Vergleich zu extensiv genutztem Grünland, als ökologisch minderwertig.
Peter Kania sieht einen möglichen Trend hin zu immer mehr Biogasanlagen ebenfalls kritisch. „Landwirtschaftliche Nutzflächen stehen für ihren ursprünglichen Zweck, die Erzeugung von Nahrungsmitteln, nicht mehr zur Verfügung, wenn die Ernte zur Erzeugung von Strom genutzt wird“, sagt er. Er hielte eine gesetzliche Regelung für sinnvoll, um einen Biogasanlagen-Wildwuchs zu vermeiden. Aber zunächst einmal geht es für Nordenham um eine einzelne Anlage.
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 26.08.2009








