Fördermittel für schönere Fassaden

Fördermittel für schönere Fassaden

Stadt richtet ihr Wirtschaftsförderprogramm konsequent auf die City und auf die Nahversorgung in den Ortsteilen aus

Ein Blick in die Fußgängerzone. Wer hier Ladenflächen zusammenlegen oder aus verbauten Fronten wieder schöne Fassaden machen will, kann künftig auf Zuschüsse von der Stadt hoffen.Nordenham (gl). Sieben Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in die Sanierung der City Süd fließen. Damit dabei die Fußgängerzone und der außerhalb des Sanierungsgebiets liegende Teil der Bahnhofstraße nicht ins Hintertreffen geraten, strickt die Stadt ein neues Förderprogramm, aus dem bauliche Maßnahmen in diesem Bereich bezuschusst werden sollen. Mehr Geld steht auch für die Ortsteile zur Verfügung.

Ihr Wirtschaftsförderprogramm hat die Stadt gerade erheblich abgespeckt, weil sich Teile davon mit einem Programm des Landkreises überschneiden, bei dem die Kommunen ebenfalls mit im Boot sitzen – also auch Nordenham. Bislang hatte die Stadt die Errichtung neuer und die Erweiterung bestehender Betriebe in den Außenbezirken gefördert. Außerdem konnte ein Betrieb einen Zuschuss beantragen, wenn er einen neuen Arbeitsplatz schaffte.

Beide Aspekte fördert über die so genannte KMU-Richtlinie auch der Landkreis Wesermarsch. Dieses Programm wird mit EU-Mitteln und mit Geld von den Kommunen gespeist. Nordenham bezuschusste also im Prinzip zwei Mal die gleiche Sache. Daher hat die Stadt diese beiden Teile ihres Wirtschaftsförderprogramms auf Eis gelegt. Bereits vor zwei Jahren hatte sie sich davon verabschiedet, neu geschaffene Ausbildungsplätze zu fördern, weil das inzwischen ebenfalls Sache des Landkreises ist und auch erfolgreich läuft.

Übrig geblieben sind nun das City-Förderprogramm – „der Klassiker“, wie Wirtschaftsförderer Jürgen B. Mayer sagt – und ein Topf, aus dem Investitionen gefördert werden, die der Grundversorgung der Ortsteile dienen. In beiden Fällen legt die Stadt jetzt nach. Der Wirtschaftsausschuss des Rates hat am Mittwochabend den Beschluss gefasst, dass die Ortsteil-Förderung nicht länger auf bestimmte Straßenzüge begrenzt sein soll. Sie gilt grundsätzliche für die jeweiligen Ortskerne. Die Stadt möchte keine Ansiedelungen auf der grünen Wiese fördern. Vielmehr geht es um Betriebe, die in der Ortsmitte die Nahversorgung sichern – etwa mit Lebensmitteln oder bestimmten Dienstleistungen. Anders als bisher ist von der Förderung kein Ortsteil ausgeschlossen. Die maximale Fördersumme soll 10 000 Euro betragen.

Das bereits seit den 90er Jahren bestehende City-Förderprogramm möchte die Stadt mit einem neuen Programmteil flankieren, über den in der Fußgängerzone und in Teilen der Bahnhofstraße bauliche Maßnahmen bezuschusst werden. Dabei geht es der Stadt um Investitionen, die dazu beitragen, Fassaden zu sanieren und dadurch in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

125 000 Euro im Haushalt

Außerdem förderfähig sind laut Jürgen B. Mayer Umbauten, die zu einer „Strukturverbesserung“ führen. Damit ist unter anderem die Zusammenlegung von Ladenflächen gemeint. Ein Problem der Innenstadt und besonders der Fußgängerzone ist, dass für bestimmte Anbieter ausreichend große Ladenlokale fehlen. Das haben Gutachter herausgefunden. Künftig können Immobilieneigentümer in der Fußgängerzone Zuschüsse von der Stadt bekommen, wenn sie Flächen zusammenlegen.

Für alle Förderprogramme zusammen stehen 125 000 Euro zur Verfügung. Sobald der Haushalt für 2009 genehmigt ist und die politischen Beschlüsse für die Neufassung der Programme gefällt sind, kann die Stadt dieses Geld auch ausschütten. Im vergangenen Jahr standen ebenfalls 125 000 Euro bereit. Das Geld war im Oktober alle. Es habe mehr Anträge als zur Verfügung stehende Mittel gegeben, sagt Jürgen B. Mayer.

Copyright by Kreiszeitung Wesermarsch, 27.03.2009

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