Barrierefreiheit verbessert
Freie Fahrt auch im Rollstuhl
Nordenham. Der im Herbst vergangenen Jahres neu konstituierte Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt hat sich positiv zu dem von der Stadt geplanten behindertengerechten Umbau der Bushaltestelle am Bahnhof geäußert. Überhaupt fällt ein erstes Fazit der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Beirat erfreulich aus. Appelle richtet der Beirat indes an die Bürger.
Von Christian Heske
Im Zusammenhang mit dem Bau eines Buswendeplatzes und zusätzlicher Parkplätze an der Deichgräfenstraße soll die Straße im Kurvenbereich begradigt werden. Ziel der Maßnahme ist, dass zwei moderne Niederflurbusse hintereinander halten können. Die Bordsteine sollen zudem auf ein Niveau angehoben werden, das Rollstuhlfahrern und Senioren mit Rollatoren ein barrierefreies Einsteigen ermöglicht.
"Der Umbau ist sehr sinnvoll, denn zurzeit ist ein vernünftiges Ein- und Aussteigen für Behinderte und Senioren dort nicht gewährleistet", betont der Beiratsvorsitzende Albert Mumme. Wann genau der Umbau startet, steht noch nicht fest. "Das hängt davon ab, wann die Fördermittel fließen", sagt Rudolf Müller, Leiter des Amtes für Ordnung und Soziales. Unter anderem beteiligt sich die Landesnahverkehrsgesellschaft zu einem erheblichen Teil an den Kosten.

Derweil ist die Stadt vielerorts mit der behindertengerechten Erhöhung von Bordsteinen an Haltestellen vorangekommen. "In den vergangenen beiden Jahren sind 19 und damit rund die Hälfte aller Bushaltestellen umgebaut worden", rechnet Rudolf Müller vor. Dies soll mit allen wichtigen Haltestellen geschehen.
An anderen Stellen im öffentlichen Raum ist es hingegen nicht immer möglich, optimale Bedingungen für Rollstuhlfahrer zu schaffen. Das betrifft zum Beispiel das Rathaus. "Der Fahrstuhl im Rathausturm ist für manche Elektrorollstühle zu klein, und im Altbau ist die Situation noch schwieriger", räumt Rudolf Müller ein. Die Stadt hat daher schon vor längerer Zeit ein Behindertentelefon am Rathausturm eingerichtet.
"Nordenham ist nicht barrierefrei, aber auf einem guten Weg", sagt Albert Mumme. Die Stadt nehme das Problem der Barrierefreiheit ernst, lobt er. "Wir haben Rollstuhlfahrer im Beirat, die eine ganz andere Perspektive mitbringen", weist Rudolf Müller seinerseits auf die Vorteile des noch jungen Beirats hin.
Gerade winterlich glatte Gehwege können für Senioren und Behinderte gefährlich werden. "Ein Oberschenkelhalsbruch kann in einem gewissen Alter das Ende bedeuten", warnt Albert Mumme. Insgesamt gute Arbeit hätten die Bürger bisher im Winterdienst geleistet, sagt Rudolf Müller. "Die meisten Leute haben das Möglichste getan", bilanziert er. Nur gegen eine Firma sei ein Bußgeldbescheid erlassen worden. "Wenn es glatt ist, kann man älteren oder behinderten Nachbarn auch Hilfe beim Einkaufen anbieten", appelliert die stellvertretende Beiratsvorsitzende Marlies Strauch an die Bürger.
Die Stadt kontrolliert
Gleichzeitig weist der Beirat darauf hin, dass Mülltonnen weder vor noch nach der Entleerung lange den Gehweg blockieren dürfen und dass Behindertenparkplätze stets für Berechtigte freizuhalten seien. Auch Parkflächen bei Einkaufszentren gehörten zum öffentlichen Verkehrsraum und würden von der Stadt kontrolliert, betont dazu Rudolf Müller.
Kontakt zum Beirat
Der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt besteht aus den fünf Mitgliedern Albert Mumme (Vorsitzender, Marlies Strauch (Stellvertreterin), Ewald Onken, Peter Wolf und Britta Janßen. Interessenten können über Rudolf Müller ( 84-281) im Rathaus Kontakt aufnehmen und Anregungen geben.
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 18.01.2011
| Ansprechpartner/in
Herr Müller Telefon: 04731 / 84-281 |







