Klimaausstellung im Rathaus eröffnet

Eine Million für Klimaschutz

Stadt plant umfangreiche Ernergiesparmaßnahmen – Wanderausstellung des Regionalforums im Rathaus

Nordenham. Die politische Zustimmung vorausgesetzt, will die Stadt in diesem Jahr rund eine Million Euro in Energiesparmaßnahmen stecken. Das kündigte Bürgermeister Hans Francksen gestern zur Eröffnung einer Wanderausstellung im Rathaus an. Die Schau informiert über 21 Klimaschutz-Projekte der Kommunen, die im Regionalforum Unterweser organisiert sind.

Die Projekte gehen auf einen Masterplan "Klimaschutz" zurück, der 205 Projektideen enthält. Die Palette reicht von Offshore-Windkrafttechnologie über Sonnenenergie und Geothermie bis hin zu Sanierungskonzepten mit Energiemanagements und Umweltbildung an Schulen.

Für die Stadt Nordenham verweist Bürgermeister Hans Francksen vor allem auf die erheblichen Anstrengungen, den Gebäudebestand hinsichtlich des Energieverbrauchs in einen zeitgemäßen Zustand zu bringen. In den Händen von Kathrin Brau, die bei der Stadt als Ingenieurin für Baumanagement beschäftigt ist, wird es liegen, energetische Maßnahmen wie das Dämmen von Gebäudehüllen oder die Modernisierung von Heizungsanlagen in die Tat umzusetzen.

Grundlage dafür sind Auswertungen, die Energieberater Axel Heyne für die Stadt erstellt hat, bevor er den Arbeitgeber gewechselt hat. Nachdem die Turnhalle in Abbehausen gerade fertig gestellt worden sei, soll in diesem Jahr die Schule in Einswarden an die Reihe kommen, kündigt die Koordinatorin und Energieberaterin an. Größte Energiefresser seien die Hallenbäder. Auch beim Störtebeker-Bad seien deshalb Dämmmaßnahmen vorgesehen.

Klimaschutz im Blick (v. l.): Kathrin Brau, Manfred Brunßen und Peter Kania von der Stadtverwaltung sowie Bürgermeister Hans Francksen. Foto: hes

Wärme aus Biomasse

Gleichzeitig untersucht die Stadt die Möglichkeit, in Blexen (Kindergarten, Schule und Seniorenheim) und in der Stadtmitte (Rathaus, Sportzentrum) die Energieversorgung mit Hilfe von Biomasse herzustellen. In Blexen steht als Partner die Rhenus-Midgard-Tochter Reterra zur Verfügung, die Wärme aus Holzabfällen gewinnt. "Ein Fernwärme-System wäre mit einem anderen Partner auch in der Stadtmitte denkbar", kündigt Hans Francksen an.

In Zusammenarbeit mit einer Energiegenossenschaft stelle die Stadt zudem Dächer für Fotovoltaik-Anlagen zur Verfügung. Allein 70 000 Euro sollen in diesem Jahr in den Austausch von Leuchtmitteln der Straßenbeleuchtung durch LED fließen. Einsparpotenzial: 70 Prozent.

Ein Blick auf die derzeitigen Energiekosten zeigt, dass sich die Investitionen durchaus für die Stadt bezahlt machen könnten: "Rund 700 000 Euro gibt die Stadt jährlich für Heizenergie aus", sagt Hans Francksen. Hinzu kämen noch die Stromkosten.

Die Ausstellung bleibt einen Monat lang in Nordenham, allerdings nicht durchgängig im Rathaus. Mitte des Monats zieht sie um in die Stadtbücherei. (hes)

Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 02.02.2010

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