Demografiebericht Nordenham

Rentneranteil im Süden hoch

Demografiebericht sieht für die Stadt Nordenham weiteren Alterungsprozess voraus

Nordenham. Die Bevölkerung der Stadt ist älter als der Durchschnitt. Das sogenannte Medianalter in Nordenham liegt rund ein Jahr über dem des Landes Niedersachsen. Die Überalterung wird sich fortsetzen.

Das geht es aus dem Demografiebericht hervor, den die Arbeitsgruppe Demografischer Wandel der Stadt gemeinsam mit dem Fachmann Burgfried Stölting erarbeitet hat. Darin geht es auch um das Medianalter: das Alter, in dem sich Bevölkerung so aufteilt, dass die eine Hälfte der Menschen jünger, die andere älter ist. Für Nordenham lag dieser Wert im Jahr 2008 bei 43.

Gegenüber 1999 ist das ein steiler Anstieg, denn damals betrug der Medianwert 39,4. Der Demografiebericht stellt fest, dass es überall im Stadtgebiet einen Anstieg gegeben hat, wenn auch nicht überall gleich stark.

"Jüngster" Stadtteil ist Einswarden. Dort beträgt der Medianwert 38,9. „Ältester“ Stadtteil ist der Stadtsüden. Dort beziffert sich das Medianalter auf 44,5 Jahre.

Die Bevölkerung in Nordenham wird immer älter. Der demografische Wandel geht in der Stadt schneller als im Landesdurchschnitt. Foto: dpa

21,6 Prozent der Bevölkerung waren im Jahr 2008 65 Jahre und älter. Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 19 Jahren waren 19,4 Prozent der Nordenhamer. In Esenshamm beträgt der Anteil der unter sechsjährigen Kinder nur 3,64 Prozent (städtischer Durchschnitt: 5,07 Prozent). Im Gebiet, das den Einzugsbereich der Nordschule bildet, leben besonders viele Menschen im Rentenalter. Am höchsten ist der Anteil der 65- bis 80-Jährigen jedoch im Stadtsüden. Dort beträgt er 18,04 Prozent (Durchschnitt: 16,45 Prozent).

Die Anzahl der Nordenhamer sinkt, und das wird auch so bleiben. Die Zahl der Sterbefälle übersteigt die der Geburten. Doch kann Nordenham auf anderen Gebieten punkten: Die Stadt verzeichnet mehr Zuzügler aus anderen Gemeinden des Landkreises als Wegzügler. Für Menschen, die von außerhalb des Landes Niedersachsen herziehen, scheinen Blexen und Phiesewarden besonders attraktiv zu sein, stellt der Demografiebericht fest.

Zugewinn aus dem Ausland

Die Wanderungsbilanz aus dem Ausland weist in den Jahren von 1999 bis 2008 einen Zugewinn von 519 Einwohnern aus. Dabei bevorzugten Zuwanderer aus Polen Einswarden und Friedrich-August-Hütte, Zuwanderer aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken dagegen den Bereich Nord.

Der Demografiebericht geht davon aus, dass die Bevölkerung von Nordenham bis Ende 2025 auf eine Einwohnerzahl von 26 500 sinken wird. Das entspräche 6,88 Prozent Abnahme. Im Bericht heißt es aber auch, dass die Stadt Strategien entwickeln könne, um dies zu verhindern. Welche, damit befassen sich nun Rat und Verwaltung.

Demografiebericht

Die Stadt Nordenham ist die erste Kommune im Landkreis Wesermarsch, die einen detaillierten Demografiebericht erstellt hat. Er stellt fest, wie sich die Bevölkerungssituation verändert und welche Aussichten sich daraus für die Stadt ergeben. Der Bericht hat 92 Seiten und kann auf der Homepage der Stadt heruntergeladen werden.

Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 15.01.2010

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