Dorferneuerung Blexen
Neue Impulse für ein altes Dorf
Die Stadt beantragt für Blexen Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes – Lebensmittelmarkt mit kleinen Fachmärkten
Blexen. Eine sinkende Bevölkerungszahl, derzeit kein Einzelhandelsangebot, leer stehende Wohnungen und dringend sanierungsbedürftige Häuser auch im historischen Ortszentrum. In Blexen gebe es Handlungsbedarf, sagte Bürgermeister Hans Francksen bei der Bürgerversammlung, zu der die Dorfgemeinschaft eingeladen hatte. Und die Stadt will auch handeln.
Die Stadt hat in Bexen eine Menge vor. Das gilt für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe und eines großen Lebensmittelmarktes an der Fährstraße, aber auch für das Dorf insgesamt. Die Stadt setzt darauf, dass Blexen in das Dorferneuerungsprogramm des Landes aufgenommen wird.

Zuschüsse für Privatleute
Erste Vorgespräche seien geführt, die Signale positiv, sagt Peter Kania, der im Rathaus für die Stadtentwicklung zuständig ist. Das Dorferneuerungsprogramm bietet die Chance auf Landesmittel für öffentliche Investitionen, aber auch für private. Es funktioniert ähnlich wie das Programm zur Stadtteilsanierung, mit dem in City-Süd einiges zum Besseren gewendet werden soll.
In den 90er Jahren nahm Esenshamm am Dorferneuerungsprogramm teil. Dort wurden Privatgebäude saniert, und es wurde in die öffentliche Infrastruktur investiert. Darauf setzt die Stadt auch in Blexen.
Dass Blexen einen entsprechenden Schub benötige, machte der Bürgermeister am Montagabend im Saal der Gaststätte Zur alten Eiche deutlich. Er sprach von einer zum Teil „verschlamperten Architektur“ in Blexen. Es mache zum Beispiel keinen Spaß, über die Lange Straße in den Ort zu fahren. Mit der historischen Architektur des Ortes sei in manchen Fällen sehr rücksichtslos umgegangen worden. Im Zuge des Dorferneuerungsprogrammes biete sich die Chance, das eine oder andere zu korrigieren.
Der Bürgermeister betonte aber auch, dass Schönheitsoperationen alleine das Dorf mit seinen 2700 Einwohnern nicht auf einen zukunftsträchtigen Weg brächten. Dafür seien auch Verbesserungen in der Infrastruktur erforderlich. So benötige Blexen dringend wieder eine Einkaufsmöglichkeit.

Die Stadt ist dabei, am Rande des Deichsportplatzes einen großen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. In diesem Abschnitt soll der alte Deich geöffnet werden, so dass der Markt ungefähr gegenüber vom Altenheim liegen würde. Die Zufahrt soll über die Fährstraße erfolgen.
Die Vertreter der Stadt sprachen von einem 800 bis 1100 Quadratmeter großen Vollversorger. Angedacht ist, zwei kleine Fachmärkte in den Neubau zu integrieren. Die Stadt setzt darauf, dass das Einzugsgebiet des Marktes über Blexen hinausreicht. Rund 1200 Kunden seien täglich erforderlich, damit der Betreiber auf seine Kosten kommt, sagte der Bürgermeister. Deshalb sollen, wenn der Markt gebaut wird, südlich von FAH auch keine weiteren Märkte genemigt werden.
Im Zuge der Diskussion schlugen einige Blexer andere Standorte im Dorf vor. Hans Francksen erläuterte, dass Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit dem möglichen Investor durch Blexen gegangen seien. Der unter anderem vorgeschlagene Standort an der Deichstraße gegenüber vom Friedhof II komme für den Investor nicht in Frage, sagte Hans Francksen. Für den Standort an der Fährstraße spreche, dass durch Altenheim, Schule und Kindergarten viele Menschen dort vorbeikämen – potenzielle Kunden.
Die Nähe dieser Einrichtungen zu dem Lebensmittelmarkt, der eine Menge Pkw-Verkehr mit sich bringen wird, irritierte einige Blexer. Man müsse durch Zebrastreifen und gegebenenfalls eine Ampel für eine ausreichende Sicherheit der Kinder und auch der alten Menschen sorgen, forderte ein Bürger. (hei)
Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 02.12.2009







