Hausnotruf kostenlos testen

Knopfdruck bringt Hilfe ins Haus

Hausnotrufsystem der Johanniter-Unfall-Hilfe stellt Verbindung zur Notrufzentrale her – Besonders für Ältere geeignet

Wesermarsch (kzw). Immer mehr Menschen sind im Alter auf sich alleine gestellt, Kinder oder andere Angehörige leben oft in einer anderen Stadt oder sind beruflich stark eingebunden. Bei einem Sturz oder bei Krankheit ist dann niemand da, der hilft. Hausnotrufsysteme können in solchen Fällen die Rettung sein. Die Johanniter-Unfallhilfe bietet sie im Oktober kostenlos an – zum Ausprobieren.

Hausnotruf in der Wohnung – ein Mitarbeiter der Johanniter kommt beim Notfall auf Knopfdruck. Die Johanniter bieten dazu eine einfache technische Lösung: eine Box wird ans Telefonnetz angeschlossen. So erreichen Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe. Hilfesuchende nach dem Notruf schnell und können rechtzeitig mit der lebensrettenden medizinischen Ausrüstung helfen. Foto: obs/Johanniter-Unfall-Hilfe

Deutschland sei, so die Johanniter, in Sachen Hausnotrufsystem noch ein Entwicklungsland. Während in Skandinavien und Großbritannien bereits rund 16 Prozent der über 65-Jährigen darauf vertrauen, bei Stürzen oder Unwohlsein mit einem Knopfdruck Hilfe herbeizuholen, sind es bei uns lediglich zwei Prozent.

Kostenlos testen

Um dieses System kennenzulernen, können sich Interessenten während der bundesweiten Sicherheitswochen noch bis zum 31. Oktober melden und anschließend den Hausnotruf der Johanniter-Unfall-Hilfe vier Wochen lang kostenlos testen.

"Senioren sind besonders häufig von Unfällen im Haushalt betroffen. Mit unseren bundesweiten Sicherheitswochen wollen wir für dieses Thema sensibilisieren", erklärt Markus Wedemeyer, Ortsbeauftragter der Johanniter in Nordenham. Die Nordenhamer beteiligen sich mit einem Infostand auf dem Nordenhamer Marktplatz am heutigen Freitag an der Aktion. Von 8 bis 14 Uhr informieren die Johanniter Markus Wedemeyer sowie Hausnotruf-Fachmann Matthias Dirksen über das Thema "Sicherheit auf Knopfdruck".

Für die Johanniter in der Wesermarsch ist die bundesweite Aktion eigentlich ein Heimspiel. Denn in Berne befindet sich die Hausnotruf-Zentrale für den Landesverband Niedersachsen/Bremen mit zurzeit mehr als 17 000 Kunden. Dort laufen sämtliche Notrufe auf, und von dort werden die weiteren Maßnahmen veranlasst. "Im Notfall benachrichtigen wir den Johanniter-Einsatzdienst vor Ort, einen ausgewählten Pflegedienst als Kooperationspartner oder Verwandte oder Nachbarn des Teilnehmers", erläutert Alexander Jüptner, Leiter der Hausnotruf-Zentrale und Dienststellenleiter im Ortsverband Stedingen. Bei einer akuten Gefährdung wird dann sofort der Rettungsdienst alarmiert.

Auch der Ortsverband Stadland in Rodenkirchen beteiligt sich an den "Sicherheitswochen". "Wir bereiten uns zurzeit darauf vor, unseren Hausnotruf-Einsatzdienst vom TÜV zertifizieren zu lassen", berichtet der Ortsbeauftragte Detlef Schumacher.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip des Hausnotrufes ist einfach: Der Sender wird direkt am Körper getragen, das Basisgerät ans Telefon angeschlossen. Drückt ein Kunde den Knopf seines Senders, wird über den Lautsprecher und das Mikrofon im Basisgerät automatisch eine Sprechverbindung zur rund um die Uhr erreichbaren Notrufzentrale in Berne hergestellt. Die Mitarbeiter klären, wie ernst die Lage ist, und benachrichtigen je nach Situation den Rettungsdienst, Nachbarn oder Angehörige. Bis Hilfe eingetroffen ist, bleibt die Verbindung bestehen. Auch wer nach dem Drücken des Notrufknopfes nicht mehr in der Lage ist, zu sprechen, erhält sofort Unterstützung.

Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 02.10.2009

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