Regionaler Klimaschutz

Region tut was für den Klimaschutz

Bürgermeister und Landräte unterzeichnen Resolution - Städte, Gemeinden und Landkreise setzen sich gemeinsame Ziele

Ihren Willen, in der Region zum Klimaschutz beizutragen, haben gestern die Bürgermeister und Landräte der im Regionalforum Bremerhaven zusammengeschlossenen Städte, Gemeinden und Landkreise schriftlich erklärt, darunter auch Wesermarsch-Landrat Michael Höbrink (sitzend, links) sowie Nordenhams Bürgermeister Hans Francksen (4. von links) und Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg (5. von links).

Bremerhaven/Nordenham (cb). Manchmal beginnt die Rettung der Welt mit ein paar Kleinigkeiten: mit Dienstfahrrädern für die Stadtverwaltung zum Beispiel. Oder einer Solaranlage auf dem Dach einer Turnhalle. Und Energiesparlampen für die Straßenlaternen. Die Städte und Gemeinden an der Unterweser wollen beim Kampf gegen den Klimawandel dabeisein.

Zwölf Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte unterzeichneten gestern im Klimahaus 8° Ost in Bremerhaven feierlich eine Resolution. Von Nordenham bis Nordholz, von Butjadingen bis Bederkesa soll eine Region entstehen, die in Sachen Energiesparen ein Vorbild ist.

Masterplan aufgestellt

Es war der Tag, an dem erneut Meldungen über das rasant schmelzende Arktis-Eis Schlagzeilen machten. „Der Klimawandel ist in vollem Gange“, warnt der Meeresbiologe Professor Dr. Meinhard Schulz-Baldes, bis 2008 Generalsekretär des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen.

Die Bürgermeister und Landräte sehen sich deshalb in der Pflicht: "Die Kommunen spielen beim Klimaschutz eine besondere Rolle", stellen sie in ihrer Resolution fest. Während der große Rahmen im Kampf gegen die Erderwärmung auf internationalen Konferenzen abgesteckt werde, müsse dieser in den Städten und Gemeinden in die Praxis umgesetzt werden: "Erst hier wird Klimaschutz gelebte Realität."

Um zu beweisen, dass sie auf dem Weg in die ökologische Zukunft nicht hinterhersegeln, haben die Mitglieder des Regionalforums Bremerhaven einen 32-seitigen "Masterplan Klimaschutz" aufgestellt. Er listet mehr als 200 Maßnahmen auf, mit denen sie schon jetzt ihren Beitrag im Kampf gegen den Kollaps des Planeten leisten, unter anderem durch

  • die Ansiedlung der Offshore-Windenergie-Industrie in Bremerhaven
  • die Errichtung einer Biogasanlage in Midlum
  • das Energiesparkonzept des Klimahauses, das praktisch ohne zusätzliche CO2-Emissionen betrieben wird
  • Wärmedämmung von Rathäusern und Schulen
  • das Energiesparprogramm 3/4 plus, mit dem der Kohlendioxidausstoß an den Bremerhavener Schulen um 24 Prozent gesenkt werden konnte,
  • den Einbau eines Blockheizkraftwerks in das Rathaus von Loxstedt
  • die Schulung von Hausmeistern in Sachen Energiesparen.

Die Stadt Nordenham hat ein ehrgeiziges Programm aufgelegt, um in den kommenden Jahren den Energieverbrauch in den städtischen Gebäuden zu halbieren. Erst in diesen Tagen ist in Nordenham eine Energiegenossenschaft gegründet worden, die von der Stadt unterstützt wird.

Das Thema regenerative Energien spielt in Nordenham seit Jahren eine immer größer werdende Rolle. Windkraft ist dabei ein wichtiger Baustein.

Gemeinsame Projekte

In ihrer Resolution kündigen die Mitglieder des Regionalforums an, künftig auch gemeinsame Projekte anzugehen. Dafür erhalten die Bürgermeister und Landräte Lob: Ihre Initiative sei "notwendig, richtungweisend und vorbildhaft", sagt Professor Dr. Meinhard Schulz-Baldes, fügt jedoch mahnend hinzu: "Sie müssen sie allerdings jetzt auch mit Leben erfüllen."

Ausstellung im Klimahaus

Denn bis jetzt enthält der Masterplan nur Projekte, die bereits laufen oder schon abgeschlossen sind. 21 davon werden in den kommenden drei Monaten im Klimahaus vorgestellt. Auf der Wechselausstellungsfläche neben der Cafeteria können sich die Einwohner der Region und ihre Besucher selbst ein Bild machen vom Beitrag der Unterweserregion zur Rettung des Weltklimas.

Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 12.08.2009

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