"Rucksackprojekt" in Nordenham

"Rucksackprojekt" in Nordenham

In Nordenham leben viele Familien mit Migrationshintergrund. Die Kinder, die in diesen Familien aufwachsen stehen vor einem Problem: Zuhause und in ihrer näheren Umgebung wird sich in der Regel in der Muttersprache und in schlechtem Deutsch unterhalten. Im Kindergarten und anschließend in der Schule muss deutsch gesprochen werden. So ist es nicht verwunderlich, dass viele diese Kinder große Probleme mit der deutschen Sprache haben. Dies kann dazu führen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, dass der Schulabschluss nicht geschafft wird. Die Folge ist, dass diese Jugendlichen oftmals keinen Ausbildungsplatz erhalten und somit der Weg in die Langzeitarbeitslosigkeit vorprogrammiert ist.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des damit prognostizierten Facharbeitermangels kann es sich die Volkswirtschaft nicht leisten, Menschen ohne Bildung und damit ohne Beruf in ihrer Statistik zu führen. Daher ist es ein großes Anliegen der Wirtschaft und auch der Stadt Nordenham, Kinder mit Migrationshintergrund so früh wie möglich sprachlich zu fördern, um so das Rüstzeug für ihren späteren Werdegang im Kindergarten und anschließend in der Schule zu erhalten. Dieses Rüstzeug wird in der Rucksackgruppe vermittelt, das von der Stadt Nordenham in Kindertagesstätten mit großem Migrationsanteil durchgeführt wird.

Das Projekt wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit.

Koordinatorin des Rucksackprojekts ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordenham, Karin Windheim-Czichon (Tel.: 84-340).

Was ist Rucksack?

Das Rucksackprojekt ist ein sprachliches Frühförderprogramm für Familien mit 3 bis 6-jährigen Kindern, die einen Kindergarten besuchen. Sprachliche Bildung beginnt in der Familie und wird ergänzt und fortgeführt in den Kindertagesstätten. „Rucksack“ unterstützt Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund sowie die Kindertagesstätten bei diesem Bildungsprozess. Die Mehrsprachigkeit wird dabei als Potenzial der Kinder aufgegriffen. Rucksack ist ein Konzept zur Sprachförderung und Elternbildung der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) in Nordrhein-Westfalen.

Yasemin Dogan ist die erste zweisprachig ausgebildete Elternbegleiterin

"Rucksack" hat die allgemeine sprachliche Bildung anhand von Themen wie beispielsweise „Körper“, „Kindertagesstätte“ und „Familie“ zum Ziel. Die Kinder werden von den Eltern in ihrer Muttersprache und von den Erzieherinnen und Erziehern in der deutschen Sprache gefördert. Diese zweisprachige Förderung ist aufeinander abgestimmt. Während der Rucksack-Stunde erfahren die Eltern, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen Entwicklung optimal fördern können. In Nordenham begleiten eine zweisprachig dafür speziell geschulte Elternbegleiterin sowie eine Lerntherapeutin das Projekt. Dadruch erhalten die Mütter eine Förderung in der deutschen Sprache.

Arbeitsmaterialien werden in deutscher, arabischer, türkischer, serbisch-kroatischer, russischer, albanischer und italienischer Sprache angeboten.

Wie funktioniert Rucksack?

Die Eltern werden als Experten für die Erziehung ihrer Kinder sowie für das Erlernen der Muttersprache angesprochen. Sie treffen sich für die Dauer von neun Monaten wöchentlich einmal und werden durch eine für diese Aufgabe speziell ausgebildete Elternbegleiterin angeleitet und begleitet. Anhand von entsprechenden Rucksack-Materialien und Arbeitsbögen werden die Eltern fachlich unterstützt und erhalten damit die notwendigen Anregungen für die täglich wechselnden Aktivitäten mit ihren Kindern.

Neue Bücher zur Sprachförderung

Wo wird Rucksack in Nordenham durchgeführt?

Das erste Rucksackprojekt wurde vom 24. Oktober 2009 bis 23. Juni 2010 im städtischen Kindergarten FAH durchgeführt. An dem Projekt haben 11 Mütter mit ihren Kindern mit türkischem und eine mit russischem Migrationshintergrund teilgenommen.

Betreuung Geschwisterkinder ist gesichert

Das nächste Rucksackprojekt wurde bereits beantragt und soll im städtischen Kindergarten Einswarden, Niedersachsenstraße 19 a, durchgeführt werden. Ab dem 5. August 2010 sollen jeden Donnerstag die Treffen im Kindergarten von 9:30 bis 11:30 Uhr stattfinden. Das Projekt endet mit Beginn der Osterferien 2011 am 16. April.

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Kinoprogramm vom 10.05. - 16.05.1012

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