Kiga FAH stellt sich vor
Integration in jeder Beziehung
16 der insgesamt 61 Kinder haben erhöhten Förderbedarf
Auch Regelkinder profitieren von den integrativen Gruppen. So werden sie jeden Morgen eine Stunde länger betreut.
von Henning Bielefeld
Friedrich-August-Hütte - Martina Geberzahn tippt an ihre Brille. "Viele Menschen", sagt sie, "sind in irgendeiner Weise behindert. Ich zum Beispiel bin sehbehindert." Deshalb spricht die Leiterin des städtischen Kindergartens FAH an der Havantstraße auch nicht von behinderten Kindern, sondern von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf. Acht von ihnen werden in ihrer Einrichtung in zwei integrativen Gruppen betreut.
Insgesamt bieten die elf Nordenhamer Kindergärten vier Integrationsgruppen für 16 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf: je eine in den Kindergärten an der Oststraße und Regenbogen an der Bunzlauer Straße sowie die beiden an der Havantstraße. "Bisher hat das Angebot gereicht", bilanziert Martina Geberzahn.

Drei Erzieherinnen
In FAH werden in der Regelgruppe 25 Kinder von 2 Erzieherinnen betreut – von 8 bis 12 Uhr. In den beiden integrativen Gruppen kümmern sich jeweils 3 Erzieherinnen um 14 Regelkinder und 4 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf – von 8 bis 13 Uhr.
Die Kinder mit erhöhtem Förderbedarf kommen aus dem gesamten Stadtgebiet. Sie sind entweder mit ihrer allgemeinen Entwicklung im Rückstand – etwa weil sie als Frühchen auf die Welt gekommen sind oder unter einer längeren Krankheit gelitten haben – oder sind körperlich oder geistig beeinträchtigt. "Die Kinder müssen lernen, ihre Hilfsmittel einzusetzen", sagt Martina Geberzahn. "Ein Kind muss für sich selbst sorgen können."
Dabei helfen ihnen nicht nur die Erzieherinnen, sondern auch die anderen Kinder, sagt die Leiterin: "Sie freuen sich, wenn ein Kind etwas kann, was es bisher nicht konnte." Auch die Elternratsvorsitzende Nicole Rennies-Hein hat ihre vierjährige Tochter Lena in die integrative Gruppe gegeben: "Dort lernt sie so früh wie möglich, dass es auch Kinder gibt, die nicht so fit sind wie sie."
Gerade in diesem Alter, betont Martina Geberzahn, fällt es Kindern leicht, Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zu akzeptieren: "Andere Kinder können auch nicht alles."
Deshalb ist es gut, wenn auch Eltern von Regelkindern hier Logopäden und Krankengymnasten kennenlernen. Denn die Eltern der Integrationskinder haben Anspruch auf Ergotherapeuten, Logopäden und Krankengymnasten ihrer Wahl, die in den Kindergarten kommen; die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Wie der Förderbedarf eines Kindes gedeckt werden kann, ermittelt das Gesundheitsamt in einer sozialmedizinischen Stellungnahme.
Die Leiterin entscheidet
Welche Regelkinder in eine Integrationsgruppe kommen, entscheidet Martina Geberzahn. Dabei berücksichtigt sie nach Möglichkeit die Wünsche der Eltern, achtet aber auch auf eine gemischte Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht. Doch ob mit oder ohne erhöhten Förderbedarf: Die 61 Kinder machen so viel wie möglich zusammen – vom Spielen auf dem Flur über das Basteln bis zu Turnen und Schwimmen.
Kindergarten Friedrich-August-Hütte (FAH) in Kürze
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Copyright: Nordwest Zeitung, 01.05.2010



Lage: Havantstraße 10 


