Gefahrlos surfen im Kinderhaus

Gefahrlos surfen im Kinderhaus

"Surf-Sitter" bewahrt Kinder und Jugendliche vor anrüchigen Seiten

Ohne Internet geht es nicht mehr. Mit dem "Surf-Sitter" werden dessen Untiefen umschifft.

von Henning Bielefeld

Einswarden - Wenn die Schülerin Seinab bei Google ganz harmlos das Stichwort "Omas" eingibt, stößt sie als Erstes auf die Seite "Die geilsten Omas im Internet". Das wird ihr im Kinder- und Jugendhaus "Blauer Elefant" jetzt nicht mehr passieren.

Dafür sorgt nämlich ab sofort der "Surf-Sitter". Am Dienstagnachmittag ist diese Kinder- und Jugendschutz-Software in die beiden Personal-Computer installiert worden, die sich das Kinderhaus jetzt angeschafft hat.

"80 Prozent unserer Kinder und Jugendlichen kommen aus Einwandererfamilien", sagt Christine Sassen-Schreiber, die Leiterin des Kinderhauses. "Sie müssen hier viel verstehen. Dabei können sie auf das Medium Internet nicht verzichten."

Hansjürgen Keiling, Vertriebsdirektor der Firma Cybits AG in Mainz, zeigt Christine Sassen-Schreiber im Kinderhaus Blauer Elefant das Programm Surf-Sitter.

Auch für die täglichen Schularbeiten, die nicht wenige Jugendliche im Kinderhaus erledigen, ist das Internet unentbehrlich. So muss die 13-jährige Schülerin Mene für ein Englisch-Referat über die Westminster-Abtei im Internet recherchieren. "Ohne den ,Surf-Sitter‘ würden wir sie und die anderen Schüler nicht allein an den Computer lassen", sagt Christine Sassen-Schreiber.

Am "Surf-Sitter" kann sie das Alter der Nutzer einstellen. Für Kinder bis zwölf Jahre gibt es eine Positiv-Liste mit etwa 7000 unbedenklichen Seiten aus dem weltweiten Netz. Als Suchmaschine fungiert die Seite www.fragFINN.de. Andere Suchmaschinen wie Google sind nicht zugänglich, auch zu Netzwerken wie SchülerVZ und Seiten wie spiegel.de führt beim "Surf-Sitter" für Sechs- bis Zwölfjährige kein Weg.

Für die nächste Stufe gibt es eine Negativ-Liste. Seiten mit Erotik, Rechtsradikalismus, Gewaltverherrlichung oder Abzocke sind für die Jugendlichen nicht zugänglich, sagt Hansjürgen Keiling, der Vertriebsdirektor der Hersteller-Firma.

Sowohl die Positiv- als auch die Negativ-Liste können von den Eltern oder dem Personal des Kinderhauses verändert werden. Sie können beispielsweise das amerikanische Internet-Videoportal "Youtube" zulassen oder sperren.

Die Negativ- und Positiv-Listen werden von Medienpädagogen im Auftrag der Initiative "Ein Netz für Kinder" zusammengestellt, die vom Bundesministerium für Jugend und Familie gefördert wird. Und weil es täglich zahllose neue Seiten im Internet gibt, werden die Listen auch täglich erneuert.

Copyright: Nordwest Zeitung 10.02.2010

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