Krippenplätze werden knapp
In der Innenstadt sind Plätze knapp
92 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen werden betreut – Zahlen stabil
Bislang bieten nur städtische Kindergärten Krippenplätze an. Das könnte sich ändern.
Von Henning Bielefeld
Nordenham - Rund 92 Prozent aller Nordenhamer Kinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen einen Kindergarten. Das sind deutlich mehr als im Landesdurchschnitt, der bei 80 Prozent liegt. "Je älter die Kinder sind, desto näher rückt die Quote an 100 Prozent heran", sagt Jens Freese, der Leiter des Amtes für Freizeit und Bildung der Stadtverwaltung.
Insgesamt 830 Kinder
Das war nicht immer so: Erst seit etwa 20 Jahren ist der Andrang so hoch. "Plötzlich gab es einen Run auf Kindergärten – so wie heute auf Kinderkrippen", erzählt Jens Freese. Jetzt besuchen insgesamt knapp 830 Kinder die elf Kindergärten und die beiden angeschlossenen Krippen in Einswarden und Blexen. Diese Zahl sei seit mehreren Jahren stabil. Nicht eingerechnet ist der Sprachheilkindergarten der AWO an der Körnerstraße.

Damit mehr Kinder aufgenommen werden konnten, musste viel gebaut werden: Vor allem in Blexen und in Abbehausen wurde angebaut, und an der Wesermarsch-Klinik wurde ein ganz neuer Kindergarten errichtet. Dennoch sind gerade in der Innenstadt die Kindergartenplätze knapp: Vor allem der Kindergarten Nordenham-Mitte an der Klinik und der AWO-Kindergarten am Plaatweg sind ausgebucht.
Deshalb auch wurde die erste Kinderkrippe in Einswarden eingerichtet und die zweite in Blexen. Altersgemischte Gruppen werden in Abbehausen, Esenshamm und Phiesewarden angeboten. In Friedrich-August-Hütte ist dafür nach Auskunft von Jens Freese kein Platz mehr, weil beide Kindergärten – sowohl der städtische an der Havantstraße als auch der evangelische an der Bunzlauer Straße – integrative Gruppen anbieten, in denen sowohl behinderte als auch nichtbehinderte Kinder betreut werden.
"Haus der Forscher"
Vier der elf Nordenhamer Kindergärten stehen nicht in städtischer Trägerschaft: Die Kindergärten Nordenham-Süd an der Oststraße und Regenbogen an der Bunzlauer Straße werden von der evangelischen Kirche betrieben, St. Willehad von der katholischen Kirche und am Plaatweg von der AWO. Keiner dieser Kindergärten unterhält eine Krippe oder eine altersgemischte Gruppe. Speziell die kirchlichen Kindergärten hätten Interesse dies zu ändern, warteten aber auf den Demographie-Bericht der Stadtverwaltung, der Mitte des Jahres herauskommen soll, sagt Jens Freese. Erste Gespräche liefen schon. Der AWO-Kindergarten bietet bereits eine Hortgruppe für Schulkinder an und hat keinen Platz mehr für eine Krippe oder eine altersgemischte Gruppe.
Etwa 80 Kinder werden in privaten Tagespflegestellen betreut – von der "Villa Kunterbunt" bis zur Tagesmutter. "In diesen Einrichtungen erleben die Kinder Einzelbetreuung", würdigt der Amtsleiter das Engagement der privaten Anbieter. "Die Stadt bietet Gruppenbetreuung."
Allerdings auf hohem Niveau, wie Jens Freese betont. In Nordenham sei vieles Standard, was anderswo nicht geboten werde. In den vergangenen zwei Jahren sei das Angebot noch einmal ausgeweitet worden – etwa um das "Haus der kleinen Forscher". Auch auf die Mitbestimmung der Eltern – etwa über Öffnungs- und Ferienzeiten – werde Wert gelegt. "Aber drei Wochen Schließung im Sommer müssen mindestens sein", sagt Jens Freese.
Kindergärten nehmen Anmeldungen an
Eltern können vom 11. bis 26. Januar ihre Kinder in den Kindergärten anmelden. Auch vorher sind schon Anmeldungen möglich.
Copyright: Nordwest Zeitung, 07.01.2010






