Schulen sollen zusammengelegt werden

Aus zwei Schulen wird eine

Grundschule Esenshamm soll Außenstelle von Abbehausen werden – Initiative geht von den Eltern aus

Esenshamm. Wenn die Politik mitspielt, wird die Grundschule Esenshamm bald keine eigenständige Einrichtung mehr sein, sondern eine Außenstelle der Grundschule Abbehausen. Eine entsprechende Zusammenlegung soll am kommenden Mittwoch der Jugend- und Bildungsausschuss des Stadtrats beschließen. Die Initiative dafür geht von der Grundschule Esenshamm selbst aus.

51 Schülerinnen und Schüler besuchen zurzeit die Grundschule in Esenshamm. Das reicht gerade, um drei Klassen zu bilden. Es gibt eine erste und eine vierte sowie eine kombinierte zweite und dritte Klasse.

Nach allen Prognosen wird die Schülerzahl in Esenshamm nicht wachsen, sondern in den nächsten Jahren noch weiter abnehmen. Bereits im kommenden Jahr wird das dazu führen, dass die Zahl der Klassen auf zwei reduziert wird. Geplant ist, eine kombinierte erste und zweite Klasse sowie eine kombinierte dritte und vierte Klasse zu bilden.

Ein solcher Schrumpfungsprozess könnte nicht nur irgendwann das endgültige Aus für die Dorfschule bedeuten, er beschert bereits jetzt Probleme. Lediglich zwei Lehrerinnen und ein Lehrer sind an der Esenshammer Schule tätig. Entsprechend schwierig ist es, bestimmte Fächer, die der Lehrplan vorsieht, mit Pädagogen zu besetzen.

Neun Kinder sind in diesem Jahr in der Grundschule Esenshamm eingeschult worden. Auf diese Zahl wird die Schule in den nächsten Jahren kaum wieder kommen. Laut Prognose der Stadt wird 2012 in Esenshamm nur ein einziges Kind eingeschult werden. Foto: rade

"Sehr gute Lösung"

Um die Probleme, die bereits bestehen und auf die Schule noch zukommen werden, wissen auch die Eltern, die nun die Notbremse gezogen haben: Zusammen mit der Schulleitung haben sie bei der Stadt den Antrag gestellt, die beiden Grundschulen Esenshamm und Abbehausen zusammenzulegen – zu einer Einheit mit zwei Standorten.

Als Leiterin der Grundschule in Abbehausen und kommissarische Leiterin der Grundschule in Esenshamm kann Evelyn Dannheim-Sausner dieses Anliegen nur unterstützen. Bilden beide Schulen künftig eine Einheit, wird es viel leichter sein, Lehrerinnen und Lehrer hin und her zu tauschen. Die Arbeit ließe sich besser verteilen. Und in Esenshamm hätte sich das Problem erledigt, dass manche Fächer nur mit Mühe und Not zu besetzen sind.

Den Segen der Stadtverwaltung haben die Esenshammer bereits. Die Beschlussempfehlung für den Jugend- und Bildungsausschuss des Stadtrates lautet, die Schulen zusammenzulegen und in Esenshamm eine Außenstelle von Abbehausen einzurichten.

Auch die SPD-Fraktion im Rat ist auf Seiten der Esenshammer. Fraktionsvorsitzender Christian Schöckel, als Leiter der Hauptschule Abbehausen mit der Thematik vertraut, spricht von einer „sehr guten Lösung, die die Eltern da ausgearbeitet haben“. Für ihn steht fest, dass der Schulstandort Esenshamm so lange gehalten werden muss, wie es pädagogisch sinnvoll ist. Dafür müssen nach Christian Schöckels Erfahrungen Klassen mit mindestens 16 Schülerinnen und Schülern gebildet werden. „Die Schüler fördern sich in der Klasse gegenseitig. Das geht aber nur, solange auch genügend Schüler da sind“, sagt der Pädagoge.

Sollte das eines Tages nicht mehr der Fall sein und der Standort aufgegeben werden müssen, müssten die Esenshammer Kinder die Schule in Abbehausen besuchen. Werden die Einrichtungen bereits jetzt zusammengelegt, sei später ein fließender Übergang statt eines krassen Schnittes gewährleistet, argumentiert Christian Schöckel. Durch beispielsweise gemeinsame Schulfeste, Sportveranstaltungen und Elternabende hätten die beiden Standorte die Chance zusammenzuwachsen und Vorbehalte abzubauen. (gl)

Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 13.11.2009

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