Schulwege werden überprüft

Stadt nimmt Schulweg unter die Lupe

Eltern monieren mehrere Gefahrenpunkte – Verwaltung sieht nicht überall Handlungsbedarf

Mit kleineren Maßnahmen versucht die Stadt, an einigen Punkten eine Verbesserungen zu erreichen. Größere Bauvorhaben sind aber nicht geplant.

von Jens Milde

Abbehausen – Die meisten Eltern der Abbehauser Grundschüler sind der Meinung, dass der Schulweg ihrer Kinder sicher ist. Bei einer Befragung, die der Schulelternrat vornahm, kam heraus, dass 68 Prozent der Eltern den Schulweg als sicher einschätzen. Es gibt aber auch 20 Prozent, die ihn für nicht sicher und 12 Prozent, die ihn für gefährlich halten. Mit den Gefahrenpunkten, die sich bei der Auswertung der Fragebögen ergaben, hat sich jetzt der Abbehauser Ortsrat beschäftigt.

Wie Niels Ohlemacher vom Amt für Baumanagement mitteilt, haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen die einzelnen Punkte unter die Lupe genommen und sich Gedanken über Verbesserungsmöglichkeiten gemacht.

Die befragten Eltern monieren, dass der Radweg entlang der B 212 in Ellwürden zu schmal ist. Gefährlich sei das Überqueren der Stadländer beziehungsweise Butjadinger Straße – sowohl im Kreuzungsbereich B 212 als auch an der Fußgängerampel beim Spielplatz. Wie Niels Ohlemacher mitteilt, gilt in beiden Bereichen Tempo 50. Probleme gebe es bei starkem Kundenverkehr vor der Bäckerei in Ellwürdem. Baulich sei hier aber nichts zu machen, sagte Niels Ohlemacher. Das Gleiche gelte für die Ellwürder Straße. Eltern hatten moniert, dass der Fußweg zu eng und für Radfahrer ungeeignet sei. Niels Ohlemacher wies darauf hin, dass eine Verbreiterung nur durch Grundstückszukäufe möglich sei. Aber das sei indiskutabel.

Schulweg zur Grundschule Abbehausen wird von den meisten Eltern als sicher bewertet.

Autos zu schnell

Als gefährlich stufen einige Eltern das Fehlen eines Fußund Radweges am Infelder Weg ein. Im Kreuzungsbereich werde oft nicht auf Kinder geachtet, Autos führen zu schnell. Für den Bau eines Fuß- und Radweges sieht die Stadtverwaltung keine Veranlassung. Sie will aber dafür sorgen, dass der Landkreis in dem Bereich die Geschwindigkeit der Autofahrer misst.

Ein weiterer Punkt auf der Gefahrenliste der Eltern ist die Sarver Straße. Hier sei der Bürgersteig zu schmal und als Radweg ungeeignet. Auch in diesem Bereich sieht die Verwaltung keinen Handlungsbedarf. Den von den Eltern ebenfalls als gefahrenträchtig eingestuften Kreuzungsbereich Butjadinger Straße hat sich die Stadt inzwischen vorgeknöpft. Die Parkplätze vor der Schlachterei seien diagonal markiert worden. Davon verspricht sich die Stadt eine Entschärfung der Situation. Auch auf dem Fußweg zwischen Ahnering und Schule will die Stadt tätig werden. Hier soll noch im Herbst die mangelhafte Pflasterung repariert werden.

Bezüglich der Einmündung Mühlenblick/Enjebuhrer Straße beklagen sich die Eltern, dass die Vorfahrtregelung Rechts vor Links oft missachtet und außerdem zu schnell gefahren werde. Außerdem seien die Sichtverhältnis schlecht. Niels Ohlemacher machte deutlich, dass die bestehende Vorfahrtregelung nicht aufgehoben werde. „Sonst wird hier noch schneller gefahren.“ Um bessere Einsicht zu gewähren, soll der Bewuchs noch einmal zurückgeschnitten werden.

Fahrdienst organisieren

Als gefährlich schätzen einige Eltern den Weg zur Bushaltestelle am Neuenweg in Moorsee ein. Die Kinder müssen entlang der stark befahrenen L 860 laufen. Auch die Stadt sieht hier ein Gefahrenpotenzial. Allerdings seien auch hier keine Baumaßnahmen möglich, sagte Niels Ohlemacher. Er regte an, dass sich Eltern zusammentun und einen Fahrdienst auf die Beine stellen, um ihre Kinder zur Haltestellen zu bringen. Dies werde in Butjadingen mit Erfolg praktiziert.

Copyright: Nordwest Zeitung, 19.09.2009

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