„Wirtschaft im Gespräch“ informiert über Industrieansiedlung Steelwind
In maritimer Atmosphäre fand die jüngste Veranstaltung aus der Reihe „Wirtschaft im Gespräch“ statt: Die städtische Wirtschaftsförderung hatte in die neue Bootshalle des Wassersportvereins Nordenham e. V. mit Blick auf den Sportboothafen Nordenham-Großensiel eingeladen.
Im inhaltlichen Mittelpunkt standen dabei umfassende Informationen über das An-siedlungsprojekt der Steelwind Nordenham GmbH.
Der saarländische Stahlkonzern Dillinger Hütte investiert am Standort Nordenham 135 Mio. Euro, um hier ab Anfang 2014 Fundamentstrukturen, so genannte Monopi-les, für Offshore-Windenergieanlagen zu fertigen. Ca. 330 neue Arbeitsplätze werden entstehen und die für das Unternehmen notwendigen Infrastrukturen geschaffen.
In der Veranstaltung informierte Dieter Sichau, Geschäftsführer DH Nordenham Pro-jekt GmbH bzw. zukünftig Steelwind Nordenham GmbH, aus erster Hand die ca. 70 anwesenden Vertreter der Nordenhamer Wirtschaft detailliert über das für den Wirt-schaftsraum Nordenham so bedeutende Ansiedlungsprojekt.
Nach einer kurzen Einführung zum Mutterkonzern, der Dillinger Hütte, wurden die verschiedenen Konzepte der Gründungsstrukturen von Offshore-Windenergieanlagen mit dem Schwerpunkt auf den zukünftig im Nordenhamer Werk produzierten Monopiles vorgestellt. Den interessierten Anwesenden wurden umfas-sende Informationen zu den zukünftigen Hallen, den Betriebsgebäuden, den Produk-tionsprozess und der geplanten Schwerlastkaje vermitteln. Dieter Sichau lobte auch die konstruktiven Gespräche bei den umfassenden Beteiligungsverfahren mit den Behörden. Auch der Stadt Nordenham sprach er seinen Dank für die bisherige enga-gierte Begleitung des Projektes aus.

Die Steelwind Nordenham GmbH möchte während der Bau- und der späteren Be-triebsphase mit Betrieben aus dem Wirtschaftsraum Nordenham zusammenarbeiten. Interessierte Unternehmen können sich hierzu nach den Ausführungen von Dieter Sichau hierzu bei der DH Nordenham Projekt GmbH auf eine entsprechende Vor-merkliste aufnehmen lassen. Um für den im Herbst 2013 anlaufenden Probebetrieb sowie den ab Januar 2014 geplanten langsamen Hochlauf der Produktion über die notwendigen Fachkräfte zu verfügen, sind bereits jetzt erste Umschulungs- und Qua-lifizierungsmaßnahmen sowie Vorbereitungen zu den zukünftigen Ausbildungsmaß-nahmen angelaufen. Mit den Hochschulen in Bremerhaven und Wilhelmshaven wird ebenfalls eng zusammengearbeitet werden, um qualifizierte Fachkräfte für den zu-künftigen Produktionsbetrieb zu sichern.
Das Interesse an diesem Veranstaltungsthema wurde anhand der zahlreichen Nach-fragen und Diskussionsbeiträge deutlich. Die Teilnehmer werteten die Veranstaltung als sehr informiert und waren beeindruckt von dem Investitionsprojekt, das - so war man sich einig - eine große Chance zur Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Nordenham bietet. Die Veranstaltung klang mit zahlreichen Gesprächen unter den Anwesenden mit maritimem Blick auf den Sportboothafen in Großensiel aus.
„Wirtschaft im Gespräch“ zu Gast im Technologiezentrum Nordenham
„Wir haben im Technologiezentrum Nordenham 24 eingemietete Firmen aus dem In- und Ausland, die hier eng in Entwicklungsprojekten zum Thema CFK zusammenarbeiten. Das Konzept, anwendungs- und fertigungsnah an gemeinsamen Entwicklungsprojekten vor den Toren des Premium AEROTEC GmbH-Werks zu arbeiten, findet bei den Mietern großen Anklang! Für unser Bürogebäude führen wir sogar schon eine Nachrückerliste mit Interessenten.“
Mit diesen Worten hat Bürgermeister Francksen, gleichzeitig Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Technologiezentrums Nordenham, die knapp 70 anwesenden Vertreter aus Wirtschaft und Behörden zur ersten Veranstaltung in 2012 aus der Reihe „Wirtschaft im Gespräch“ begrüßt.
Nach weiteren Informationen zur Betreibergesellschaft, dem im September 2011 fertig gestellten knapp 15 Mio. Euro teuren Bauprojekt und dessen Förderung durch das
Land Niedersachsen, stellt der Werkleiter des Nordenhamer Werkes der Premium AEROTEC GmbH, Helmut Färber, die Einbindung der Premium AEROTEC GmbH in den EADS-Konzern sowie dessen Organisationsstruktur und Produkte vor. Den Anwesenden wird dabei verdeutlicht, dass das Technologiezentrum Nordenham für die Premium AEROTEC GmbH und die Mieter eine wichtige Aufgabenstellung in der praxisnahen Anwendung erfüllt. Dabei steht es aber auch anderen Branchen und Nutzern offen, das Technologiezentrum versteht sich als innovativer Impulsgeber für die regionale Wirtschaft. Der Werkleiter bewertet das Technologiezentrum außerdem als wichtigen Anker, junge qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten bzw. für den Wirtschaftsraum Nordenham zu interessieren.

Bernhard Bahlmann, Projektleiter Technologiezentrum Nordenham bei der Premium AEROTEC GmbH, gibt sodann einen Überblick über Ziele, Aufgaben und Projekte im Technologiezentrum Nordenham. Das Technologiezentrum ist auf die fertigungsnahe Entwicklung von Verfahren und Prozessen zur Verarbeitung von Verbundwerkstoffen mit dem Schwerpunkt „Kohlenstofffaser verstärkte Verbundstoffe“ (CFK) sowie auf die Montage von Großkomponenten ausgerichtet. Der neue leichte und vielseitige Hochleistungswerkstoff CFK eröffnet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten: Neben dem Luftfahrzeugbau bieten die Windenergiebranche und der Schiffbau weitere interessante Perspektiven.

Der Werkstoff sei im Vergleich zu den herkömmlichen Materialien noch sehr teuer, so der Experte Bahlmann, gleichzeitig müssen Erfahrungen in seiner Verarbeitung gewonnen werden. Daher steht die Entwicklung industrialisierter, automatisierter und damit kostengünstiger Fertigungsverfahren ganz oben auf der Agenda der Luftfahrzeugbauer. Das Technologiezentrum Nordenham werde zukünftig entscheidende Erkenntnisse und Lösungen, z.B. in der Herstellung und der Montage von Spanten und Stringern sowie der Fertigung von Rumpfsektionen aus CFK, liefern.
Weiter wird die im Technologiezentrum angesiedelte „Technologiewerkstatt“, in der Ausbildung und Qualifizierung zum Werkstoff CFK stattfinden, vorgestellt. Auch auf die wichtige Rolle der Zusammenarbeit mit den regionalen Hochschulen wird eingegangen.
Im Rahmen eines gemeinsamen Rundganges werden an den in den Hallen aufgebauten Anlagen exemplarisch die Entwicklungsprojekte erläutert. Anschließend wird die im Technologiezentrum Nordenham angesiedelte PAG-Lean-Akademie besichtigt und die Teilnehmer der Veranstaltung ermuntert, diese Einrichtung zur Optimierung und Verschlankung von Produktionsprozessen durch ihre Unternehmen mitzunutzen.
Der von allen Teilnehmern als ausgesprochen
interessant bewertete Einblick in das Technologiezentrum Nordenham klingt mit zahlreichen Gesprächen unter den Anwesenden aus.
Rhenus-Midgard-Anleger Blexen
Blexen. Mit der Ansiedlung der Dillinger Hütte auf dem ehemaligen Gutehoffnungshütte-Gelände in Blexen profitiert der Wirtschaftsstandort Nordenham ebenso wie durch die Fertigung von Energiekabeln vom Boom der Offshore-Windenergie. Die Stadt sieht nun mit der Entwicklung des Industrieparks Blexen und dem möglichen Ausbau von Kajenanlagen weitere Chancen. Von Christian Heske
Die außendeichs liegende Fläche hinter dem Rhenus-Midgard-Anleger in Blexen könnte verfüllt und als Kajenfläche genutzt werden. Foto hes
Kajenanlage

Vom RoRo-Anleger der Midgard (links) soll die ins Auge gefasste Kajenanlage unter Einbeziehung des Seehafentanklagers (rechts) bis zum Fähranleger in Blexen reichen. BILD: Heiner Otto
Nicht nur für Unternehmen der Windenergiebranche sollen attraktive Flächen bereit stehen. Noch gibt es aber keine konkrete Planung, sondern nur Überlegungen.
von Horst Lohe
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